Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Ausgrabungen in Gezer [Nachricht]
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 303 (sequence 2)
- Language
- German
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— 303 — Jahres wieder aufgenommen hat, ist schon an dieser Stelle berichtet worden. Keine andere Ausgrabungsstatte Palästinas läßt sich an Wichtigkeit und Interesse mit Gezer vergleichen, dessen Schichten von der neolithischen Zeit bis in die byzantinische verfolgt werden konnten. Alle Charakteristika der kanaanitischen Städte, wie Gräber, Hochplätze mit Mazzebas, Bau- und Fundamentierungsopfer, Befestigungsmauern mit Toren und Durchlässen, babylonisch-assyrische Kulturreste und endlich sogar ein Tempelsaal, der die Simsonlegende erklären läßt — auf Steinpfosten Holzsäulen, die die Decke tragen — und eine Maccabäerburg sind zum Vorschein gekommen. So spielen in der zusammenfasssenden Literatur über Kanaan, wie in Sellins ausgezeichneter Schrift, „Der Ertrag der Ausgrabungen im Orient für die Erkenntnis der Entwicklung' der Religion Israels", in Bliß „The development of Palestine Exploration", sowie in dem neuesten Standardwerke über das alte Palästina des Pere Vincent „Canaan d'apres l'exploration recente" (Paris, Leciffre 1907) die Ausgrabungen von Gezer eine bedeutende Polle. — Nunmehr liegt ein neuer Bericht Macalisters über die im Jahre 1907 fortgesetzten Ausgrabungen im Quaterly Statement des Palestine Exploration Fund vom Oktober vor. Um mit der neuesten Zeit Gezers zu beginnen, so brachte die frühchristliche und byzantinische Periode frühchristliche Gräber, diezwar zum großen Teil von den. Fellachen schon ausgeraubt worden waren, aber doch noch gute typische Lampen, Anhängkreuze aus Bronze und Silber, einen Würfel und namentlich einen mit Reliefs verzierten Tongegenstand von diskusartiger Form bargen, dessen mit einem Glas verschlossene Mitte eine Reliquie gefaßt haben mag. Aus der römischen Zeit ist ein großes römisches Bad aufgedeckt worden mit mosaikgepflastertem Atrium, Apoclyterium, Tepidarium, Latrina, Frigidarium, die so ziemlich im Grundriß nachgewiesen werden konnten, während das Calclarium vollständig verschwunden ist, obwohl die Heizungsröhren dafür noch teilweise vorhanden waren. Außer einer Dea Nutrix-Figur hat die hellenistische Periode der syrischen Okkupation, die durch Judas Makkabaeus ihr Ende gefunden hat, nichts bewahrt. Aus der jüdischen Zeit ist ein gestempelter Topfhenkel von größtem palaeographischen Interesse zu bemerken; erklärt werden konnten die vier darauf befindlichen aramäischen Buchstaben noch nicht, doch läßt sich die Form der Buchstaben, bei denen jeder griechische Einfluß fehlt, auf der Sendschirly-Inschrift von Bar-rekab (ungefähr 750 v. Chr.) und in den späteren Inschriften von Nerab bei AlejDpo annähernd wiedererkennen. Ein Marmorgewicht von 7,27 Gr. mit einer noch nicht entzifferten Aufschrift stammt aus der um 500 v. Chr. zu datierenden Schicht; es mag einen drittel Schekel repräsentieren, wie er in Nehemia X, 33 erwähnt ist. In das Jahr 1200 bis 1000 v. Chr. führt uns ein unter einer größeren Anzahl von Scarabalen und Siegeln erwähnens-