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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 281

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Bedeutung der Bagdad-Bahn für Mesopotamien [Nachricht]
Date
1907-09-01
Page
Seite 281 (sequence 3)
Language
German
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— 281 - armen Gebietes in Angriff genommen werden dürften, dieses schwachbesiedelte Land der Kolonisation und Neubevölkerung erschlossen werden. Unter der Obhut europäischer Ingenieure und Aufseher wird hier aus Einöde und Armut eine fruchtbare und reiche Provinz geschaffen, wird hier kolonisiert werden. Nicht im gewöhnlichen Sinne der Kolonisation wird sich dieser Vorgang abspielen. Wo man sonst kolonisierte, musste der Ureinwohner dem Kolonisten weichen oder er wurde von ihm unterjocht. So wurden in Amerika die Indianer von ihrem Grund und Boden vertrieben, damit eine fremde Rasse sich festsetzen konnte. In Indien war man gezwungen, die Bewohner unter strenger Herrschaft und möglichst unselbständig zu halten, und in Afrika verbietet der Charakter des Negers, dem die Qualitäten eine's selbständigen Arbeiters fehlen, ein Vorgehen auf breiter sozialer Basis. Anders hier in Mesopotamien! Die alten Einwohner sollen bleiben, nur verstärkt durch ihre Stammes-genossen, die aus ungünstigeren Distrikten der Nachbargebiete herangezogen werden. Diese landeingesessenen Kolonisten. sollen in voller politischer Unabhängigkeit unter ihrer angestammten Herrschaft verbleiben und nur durch die Hilfe des europäischen Kapitals und technischen Unterricht die Mittel erhalten, um rationell arbeiten und am Wettbewerb des Weltmarktes teilnehmen zu können. Es tritt uns also hier der seltene und geschichtlich wichtige Fall einer wirklich friedlichen Kolonisation entgegen, bei welcher der alte Besitzer nicht vertrieben oder unterjocht, sondern nur zu höherer Kultur erzogen werden soll. (Nach einer Korrespondenz des Berk Tagebl vom 17. 8. 07). Anfang September wurde ein neuer Eilwagenverkehr zwischen Bagdad und AI e p p o eröffnet. Die Reise soll in sieben Tagen bewältigt werden, gegen den früheren Karawanen-Verkehr von 24 Tagen. Die anatolische Bahngesellschaft hat durch ihren Generaldirektor Huguenin mit dem Ministerium der Zivilliste des Sultans einen Vertragüber die Bewässerung der Koniaebene abgeschlossen. Die Arbeiten sind binnen fünf Jahren zu Ende zu führen und sollen annähernd 20 Millionen Francs kosten. Die Anatolische Bahngesellschaft schießt die erforderlichen Summen gegen 5 pCt. Verzinsung und Tilgung in 35 Jahren, von der Inbetriebsetzung an gerechnet, an die bekanntlich reiche Verwaltung der Zivilliste vor, und erhält Spezialgarantie durch die in Folge der Bewässerungsanlagen zu erwartenden Mehrerträge der betreffenden Distrikte. Der Betrieb der Bewässerung erfolgt durch die Verwaltung der Zivilliste und für deren Kechnung. Die auszuführenden Arbeiten umfassen u. a. die Herstellung eines geordneten und kontrollierbaren Ausflusses des wasserreichen, ca. 80 km. südwestlich von Konia gelegenen Beyschehir-Sees durch den Beyschehir-Fluß; Regulierung in einer Länge von ca. 175 km;;der Flüsse Beyschehir und Tcharchamba; Anlage eines 30 km langen Kanals zur Umgehung des in der Kiepertschen Karte als Sogla-Gröl bezeichneten, in Wirklichkeit versumpften Sees bei Karaviran, sowie eines weiteren 20 km langen

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