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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 279

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Hedjasbahn [Nachricht]
Date
1907-09-01
Page
Seite 279 (sequence 3)
Language
German
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- 279 — erkennenswerte Kraftanstrengung, sie zeigt, was der Staat in einem gegebenen Falle zu leisten imstande ist und zeugt von dem wohlverstandenen, strategischen und politischen Interesse, das der Sultan und die leitenden Kreise in der Türkei dieser Bahn entgegenbringen. Denn es handelt sich in letzter Linie um die Sicherung des Besitzes der heiligen Städte Medina und Mekka. Die ungewöhnlich reichen Geldsp enden, die aus türkischen und andern islamitischen Kreisen für die Hedschasbahn bis heute geopfert worden sind, betrugen am 1. September -1906 57 Millionen Tranken und dürften im Laufe dieses Jahres, durch, die im Interesse der Hedschasbahn geschaffenen festen Einnahmen aller Art und die freiwilligen Spenden um rund 10 Millionen gestiegen sein. Der finanzielle Hintergrund der Bahn scheint demnach gesichert. Der eigentliche Urheber und die treibende Kraft des großartigen Werks ist abgesehen vom Sultan der Zweite Sekretär und Kammerherr des Sultans Issedpascha, dessen hervorragendem Verstand, unermüdlicher Arbeitskraft und . eiserner Energie das Hauptverdienst an dem bisherigen Gelingen des Planes zuzuschreiben ist. Der technische Oberleiter des Baus ist der deutsche Ingenieur Meißner-Pascha, der seine ganze Laufbahn vom Bauführer bis zum Oberingenieur bei den unter Leitung des Geheimrats v. Kapp in der Türkei ausgeführten Bahnbauten gemacht hat und infolgedessen für diesen Posten besonders geeignet war. Bedeutung der Bagdad-Bahn für Mesopotamien. Die anatolische Eisenbahn soll in ihrer Fortführung, der Bagdadbahn, dem Weltverkehr ein Land untergegangener alter Kultur von neuem erschliessen: Mesopotamien. Geographisch exakt ausgedruckt bezeichnet Mesopotamien eigentlich nur einen Teil des Gebietes, das die Bagdadbahn durchziehen wird; der Einfachheit halber mögen aber jene Landschaften, die östlich vom Taurus im Bereich des Euphrat und Tigris bis zum persischen Meerbusen, südlich des Gebirges von Kurdistan, nördlich der syrischen und arabischen Wüste liegen, mit dem Sammelnamen Mesopotamien bezeichnet werden. Dadurch werden das eigentliche Mesopotamien (Nordmesopotamien), das nordöstlich davon gelegene alte Assyrien und das alte Babylon (das jetzige Irak-Arabi) unter dem Namen des grössten Teiles zusammengefasst. Dieses Mesopotamien zerfällt klimatisch in zwei grundverschiedene Gebiete. Die eine Region, in der jährlich eine für den Ackerbau genügende Regenmenge fällt, umfasst den nordwestlichen Teil, das Gebiet von Ursa, das eigentliche Mesopotamien ungefähr nördlich des 35. Breitengrades und das alte Syrien. Eine annähernd westöstliche Linie, die von Haleb (Aleppo) in Syrien bis nach Kerkuk, östlich des Tigris auf dem Meridian von Bagdad, führt, scheidet das ebengenannte Gebiet von der regenarmen Region, die das mittlere Euphrattal und das alte Babylonien (Irak-Arabi) einbegreift. In diesem, nach seiner schwarzen Bodenbeschaffenheit „Sawad" genannten

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