Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Die Kolonisationstätigkeit der J. C. A. in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 269 (sequence 2)
- Language
- German
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— 269 — Trotzdem, meint die Verwaltung der J. C. A., könne Palästina unbemittelten Juden nicht als Immigrationsgebiet anempfohlen werden. Über die einzelnen Kolonien wird Folgendes berichtet: 1. Judäisc Ii e Kolonien: a. Eischon l'Zion. Die Weinlese des letzten Jahres war eine der besten, die man überhaupt je in Palästina gesehen hat. Die Rosinenernte war höher als 1905, trotzdem 690 Dun am weniger als im Vorjahr der Weinkultur unterworfen waren. Noch weitere Gebiete werden der Weinkultur entzogen, sodaß im nächsten Jahre eine Fläche von 1600 Dun am mit einer jährlichen Produktion von ca. 25000 Kantaren eine Umpflanzung erfahren wird. Zur Vornahme dieser Neupilanzungen erhielten die Kolonisten Unterstützungen von der J. C. A. Zumeist wurden anstelle der Weinstöcke Mandelbäume gepflanzt: an ca. 100 Dunam, an Orten, die leicht bewässerbar waren, wurden Orangen angepflanzt. Die Mandelbaum-Kultur ist sehr rentabel; in Rischon gibt es bereits eine Fläche von ca. 1700 Dunam, mit Mandelbäumen bepflanzt. Auch der Anbau von Geranium hat gute Resultate ergeben. Das Haupthemmnis für die weitere Entwicklung von Rischon ist, daß die Kolonisten im Durchschnitt nur 4—5 ha Weinpflanzungen besitzen, die, selbst wenn die heutige allgemeine Weinkrisis vorüber ist, zur Ernährung einer Kolonistenfamilie nicht ausreichen und leider ist in der Umgebung von Rischon kein für Großkultur geeignetes Land zu erwerben. Von 5000 Dunam, die die J. C. A. in Beddedjen ankaufen soll, passen nur 1500 Dunam für Getreidebau. Rischon besitzt 186 Familien mit 818 Seelen. b. Maske reth Bathia. Die Samenkulturen waren weniger ertragreich als im Vorjahr wegen des ungenügenden Regenfalls im Frühling, dagegen sind die Winterkulturen erheblich besser ausgefallen als bei den benachbarten Arabern. Die Kolonisten von Maskereth Bathia arbeiten fleißig und nach modernen Methoden, Besonders lobenswert ist es, daß auch die Frauen der Kolonisten, die Söhne und Töchter im Garten und auf dem Felde verständnisvoll mithelfen. Im benachbarten Mansurah erwirbt die J. C. A. noch 5000 Dunam, um neben 18 bereits vollständig* angesiedelten Familien noch anderen 23 genügenden Grundbesitz zuzuweisen; nachher dürften die Kolonisten selbständig ohne Unterstützung der J. C. Abbestellen können. Die Olivenpflanzungen brachten nur 6450 kg anstatt 15180 kg im Jahre 1905. Der Seidenbau brachte keinen großen Profit, da der Transport der Seidencocons nach Beyruth, dem einzigen Orte in Palästina, in dem Seidenspinnereien sich, befinden, ziemlich kostspielig ist. Besonders ungünstig ist es für die Kolonie, daß sie administrativ in 3 verschiedene Gebiete gehört, wodurch die üblichen Gebühren erheblich vergrößert werden.. Maskereth Bathia zählt 48 Familien mit 300 Seelen.