Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Die nationale Arbeiterfrage in Palästina
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 262 (sequence 5)
- Language
- German
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— 262 — Erwerb eines Grundstücks von einigen Dunam, so kann ihm durch niedrig verzinsliche Darlehen und bei langsamer Amortisation die Sparkasse zur Errichtung eines eigenen Heims verhelfen. Nur so können wir eine natürliche Entwicklung des jüdischen Arbeiterstandes befördern und nur auf diese Weise ist der Arbeiterstand Herr über sein Schicksal selbst. Tun wir das unsrige, um dies in die Wege zu leiten, so können wir sicher sein, dass sowohl die jüdische Kolonisation eine feste Stütze in dem Arbeiterstand finden wird. Auch kann dadurch tausenden von hiesigen Arbeitern ein gesundes und befriedigendes Lebensziel geboten werSen. JÜDISCHE ORGANISATIONEN IN PALÄSTINA. Von Felix Theilhaber-Mtnichen. Für alle ideellen und materiellen Bedingungen hat die jüdische Bevölkerung Palästinas selbst zu sorgen. In Europa sorgt meist der Staat oder der Bezirk für die Bedürfnisse der Allgemeinheit: für alle Arten von Schulen, Krankenhäusern, Waisenanstalten etc. Er unterstützt vielfach die Kunst, Musik und Literatur (Theater, Ausstellungen etc.), sorgt für die Gesundheit des Volkes im weitgehendsten Maßstabe und wendet neuerdings hauptsächlich sein Hauptaugenmerk auf das soziale Wohlergehen der Massen. Die Juden in Palästina müssen sich selbst verwalten. Und wenn auch vorerst ausländische Vereine viele ihrer Schulen ins Leben rufen und unterhalten, so muß in allem das Augenmerk darauf gerichtet werden, daß die jüdische Bevölkerung selbst in die Lage kommt, diesen Aufgaben selbst gerecht zu werden. Wir wollen für heute von den rein intellektuellen Bestrebungen absehen, obwohl hier auch noch manche Direktive in diesen Blättern gegeben werden muß. Die jüdischen Gemeinden Palästinas müssen in ihrem Innern ausgebaut werden, es ist manches Wort nöch darüber zu verlieren. Heute soll auf die Organisationen hingewiesen werden, die mehr oder weniger die Lebensverhältnisse ihrer Mitglieder regulieren und verbessern wollen. Ein Wort sei hier vorangeschickt. Diese Organisationen sind vielfach noch sehr jung. A ber gerade das dürfte nicht hindern, sie zu besprechen und sie durch Rat und Tat zu unterstützen. Denn wenn sie erst einmal groß geworden sind, bedürfen sie viel weniger der Unterstützung von außen her. Als eine nützliche Form der Selbsthilfe erwies sich die der „Genossen-