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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 253

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Wie entstand die naturhistorische Kollektion am "Bezalel"?
Date
1907-09-01
Page
Seite 253 (sequence 3)
Language
German
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— 253 - iNationalmuseurn gelegt werde und wie gefahrvoll es manchmal wird, in Palästina und Syrien Naturforscher zu sein. An der Nordost-Seite des Glasschrankes für Vögel befindet sich ein herrliches Gruppenbildchen, bestehend aus der hauptsächlich in Palästina und Arabien vorkommenden Drymoeca gracilis, der Sylvia hortulana, Pratincola rubetra und 2 Männchen der Cinnyris oseae, des herrlichsten der Honigsauger, dessen Familienverwandte sonst nur noch in Brasilien vorkommen. Und diese zwei Vögelchen rufen in mir den Eindruck jener wunderschönen Palästina eigentümlichen mondhellen Nächte wach, in denen ich und mein Freund unsere Jagdausllüge nach Jericho und ins Tote Meere zu Pferde unternahmen, um ja recht frühzeitig, zur besten Jagdstunde, an Ort und Stelle zu sein. Und so trieben wir uns einmal an der Mündung des Jordans am Toten Meer herum, und konnten nicht eine Ente, nicht einen Königsfischer erbeuten. Wir verliefen uns aber dabei ganz unvermerkt auf eine Landzunge, aus der es keinen anderen Ausweg gab, als eben den, welchen wir auf unserem Hinmarsche zurücklegten, — und der war ziemlich weit. Indes begann es stark zu dunkeln und wir mussten uns, ohne einen Tropfen Süsswassers den quälenden Durst zu löschen, doch entscheiden, in dieser Wüstenei zu übernachten. Vom Meere Lots blies es geheimnisvoll herüber, der Boden zeigte, dass hier Schakale, Hyänen, Wildkatzen und Wüstenluchse keine seltenen Gäste seien und das machte denn doch einen unheimlichen Eindruck. Plötzlich bemerkte ich zwischen den uns umgebenden Treibhölzern etwas Weisses sich regen und machte meinen Begleiter auf den betreffenden Punkt aufmerksam. Dieser zielte hin und traf — einen wunderschönen Hoplopterus spinosus (Sporenkibitz). Dadurch aller höllischen Gedanken enthoben, legten wir sofort einen Scheiterhaufen von Rohrstengeln an, und dieser erleuchtete in heimlicher Stille die ganze romantische Umgegend, die vor Jahrtausenden eine stille Beobachterin der schönsten heroischen Vorgänge war. Aber nachdem wir so einige Stunden dasassen, begann der Durst uns derart zu übermannen, dass wir uns um 12 Uhr Nachts auf die totmüden Pferde setzen mussten und auf den Rückweg nach Jericho uns begaben. Die Nacht war herrlich, der Wind so lauflüsternd, dass man unwillkürlich in ein Träumen verfiel. Aber da das graue Colorit des Bodens von dem der Luft, sich fast gar nicht hob, so kamen wir vom Wege ab; keine Furche verriet uns

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