Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Wie entstand die naturhistorische Kollektion am "Bezalel"?
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 252 (sequence 2)
- Language
- German
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— 252 — Und wenn ich heute alles das überschaue, was an Arbeit in diesem Jahre für die naturhistorische Kollektion am „Bezalel" geleistet wurde, wo wir doch anfänglich weder passende Schränke und Kisten noch Spirt hatten, so muss ich mir wahrlich sagen, dass das Museum in Zukunft die beste Hoffnung hat, in erwünschter Weise zu prosperieren und die Annäherung des jüdischen Volkes an die Natur seines Landes in schönster Weise zu realisieren. Denn heute bringen uns Jerusalemiten mit langen Schläfenlocken Schmetterlinge und Raupen, Käter und Zweiflügler usw.; heute gibt es keinen Araber, der von uns nicht wüsste und aus der weitesten Umgegend Naturalien brächte; und schliesslich und endlich verstärke ich die Zahl meiner Sammler von Antiochien im Norden Syriens bis Beer- Seba, im Süden Palästinas immer mehr und da werde ich von allem, was meine Genossen erbeuten werden, auch ein Exemplar dem Museum des „Bezalel" zur Verfügung stellen. Spirt gibt uns die Direktion der Rischoner Kellereien zur Genüge und so besitzen wir heute eine Kollektion aller palästinensischen Schlangen, aller innerpalästinensischen Fische, eine Reihe anderer Reptilien und Fische von der Küste des Mittelmeeres und darunter den herrlichen Vomer (Gallus) Alexandrinus, den ich selber an der Mündung des Nahr Rubin ins Mittelmeer einfing; biologische Objekte aus der Insekten- und Vogelwelt, als verschiedene Eierarten mit dem Inhalt vom Embryo bis zum vollständig entwickelten Geschöpfe; eine ziemlich bedeutende Anzahl von Muscheln, die noch aber alle insgesamt unbenannt sind. Ausserdem besitzen wir jetzt leidlich eingerichtete Glasschränke sowie Insekten kästen mit Torfauspolsterung. In ersteren sieht man eine, in Jerusalem jedenfalls die grösste, Kollektion von Vögeln samt Eiern und in letzteren sind mehr als 150 Arten Tag- und Nachtgrossschmetterlinge, wenigstens doppelt soviel Coleopteren und Dipteren sowie Ichneumoniden, die ich mir selber aus Raupen zog, um genau die sie beherbergenden Wirte zu kennen. Nun ruft in mir fast ein jedes Objekt eine gewisse Erinnerung wach an ausserordentliche anstrengende Mühe und fast immer darauf folgenden Erfolg. Und einige dieser Erinnerungen, die ich für besonders markant und charakteristisch halte, möchte ich hier mitteilen, dass unsere Brüder daraus ersehen, mit wie viel'r Mühe der Grund fürs zukünftige jüdische