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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 247

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Die Aktiengesellschaft "Geulah", ihre Entstehung, Bedeutung und bisherige Tätigkeit
Date
1907-09-01
Page
Seite 247 (sequence 5)
Language
German
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— 247 — der „Geulah", das bis dahin wirkende Comite in eine eingetragene Aktiengesellschaft zu verwandeln. „Zwei Elemente, hieß es in einer Kundgebung des Comites, lassen sich in der 22-jährigen Tätigkeit der palästinensischen Kolonisation unterscheiden. Zuerst waren es Privatpersonen, die aus freiem Antrieb, auf eigene Hand selbsttätig oder in kleineren Gruppen arbeitend, den Grund zu den meisten jetzt vorhandenen Kolonien legten. Nur der Energie des individuellen Willens und des persönlichen Interesses Einzelner konnte das gelingen, was zu erreichen so unendlich schwer schien. Alles dies aber geschah plan- und systemlos, ohne irgendwelche Organisation; der Boden wurde zufällig angekauft, aufs Geratewohl, ohne Voruntersuchung und rechtliche Garantien. Weder die Kräfte noch die Mittel dieser Pioniere waren der von ihnen übernommenen Aufgabe gewachsen, und bald befanden sie sich in einer aussichtslosen Lage. Dann beginnt eine neue Periode. Mächtige Wohltäter und Gesellschaften kommen den unglücklichen Kolonisten zu Hilfe. Mit den ausgiebigsten Mitteln wird in der Kolonisation Ordnung geschaffen, eine Zentralisation der (Kräfte und ein gemeinschaftlicher Arbeitsplan bilden sich allmählich aus, aber dieses neue, von außen kommende Element drückt allem den Stempel der Wohltätigkeit auf, die selbständiges Arbeiten verhindert, jede Privatinitiative lähmt und somit eine jede natürliche Entwickelung fast unmöglich macht. Wir sehen also, daß sowohl das Element der Selbstbetätigung als das Element der gemeinschaftlichen, mitunter philantropischen Fürsorge von der palästinensischen Kolonisation in Anspruch genommen werden müssen, wenn sie Fortschritte machen soll: das Eine oder das Andere ist entweder unausführbar oder direkt mehr schädlich als nützlich." Beide Elemente will die Geulah vereinigen. Daraus ergaben sich die Aufgaben, die die Gesellschaft „Geulah" für die nächste Zeit sich vorgezeichnet hat, und die im Aufrufe folgendermaßen formuliert waren: 1. Unter den Jaden der Diaspora die Kenntnis der Agrarverhältnisse in Palästina zu verbreiten. 2. Mehr oder weniger große Landstriche nach Maßgabe der türkischen Agrargesetze zu erwerben, in kleinere Teile zu zerlegen und jüdischen Interessenten zu offerieren. 3. die angekauften und nunmehr zum Wiederverkauf stehenden Ländereien genau aut ihre Beschaffenheit zu erforschen und zu untersuchen, und schließlich 4. Die Verwaltung derjenigen Ländereien zu übernehmen, deren Besitzer in Palästina nicht ansässig sind." Dieser im Sommer 1904 erschienene Aufruf wurde von folgenden Herren unterzeichnet: Professor Warburg, Ingenieur Ussischkin,

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