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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Die Aktiengesellschaft "Geulah", ihre Entstehung, Bedeutung und bisherige Tätigkeit
Date
1907-09-01
Page
Seite 245 (sequence 3)
Language
German
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— 245 — Organ zur Förderung des privaten Bodenankaufs in Palästina kern Wohltätigkeits-Charakter innewohnt. Die von der Versammlung gewählten 6 Herren J) konstituierten sich bald darauf als „Comite der Geulah" und wandten sich bereits im November 1902 an alle Chowewe-Zion, welche den Wunsch haben, Boden in Palästina zu erwerben und zu besitzen, ohne in der Lage zu sein, sofort dorthin zu emigrieren und sich auf dem erworbenen Boden anzusiedeln. Der Minimalpreis für einen Bodenanteil wurde auf 500 Eubel festgesetzt. Das in Palästina zu eröffnende Bureau sollte das Comitö mit den nötigen Nachrichten über alle zum Verkauf stehende Ländereien versehen und die ganze komplizierte Arbeit beim Abschluß von den Bodenkauf-Geschäften im Lande selbst verrichten. Von "koloniesatorischen Aufgaben wollte das „Comite der Geulah" sich fern halten, ja es erklärte ausdrücklich den damaligen Zeitpunkt für die Ansiedelung in Palästina als ungünstig, es wollte nur zwischen den nichtjüdischen Verkäufern und den jüdischen Käufern palästinensischen Bodens vermitteln. Da es aber zu jener Zeit eine beständige und reguläre jüdische Einwanderung nach Palästina nicht gab und von einer natürlichen Nachfrage seitens jüdischer Interessenten nach Grund und Boden kaum die Rede sein konnte, so glaubte das „Comite der Geulah" sein Ziel dadurch zu erreichen, daß es sich an reiche Privatpersonen wandte, die sich den Luxus gestatten konnten, einen Bodenanteil nicht aus irgend einem Bedürfnis, sondern einzig und allein kraft der großen Idee der „Geulath Haaretz", des Rückkaufes des historisch geweihten Bodens, in Palästina zu erwerben. Trotzdem es dem Comite gelungen war, bereits im ersten Jahre aus Beiträgen zu 500-Rubel und mehr, etwa 30000 Rubel zu sammeln, so lehrte die Erfahrung doch recht bald, wie gänzlich verkehrt und irrationell die an sieb gewiß existenzberechtigte Sache angefaßt wurde. Zunächst stellte es sich , heraus, daß es faßt unmöglich war, gerade solche Landparzellen aufzutreiben, die den Beiträgen von 500 Rubeln entsprechen sollten. Sodann war es auch keine dankbare Aufgabe, Käufer für Bodenanteile zu werben, von denen man keine Vorstellung hatte, weil man sie erst noch ausfindig machen mußte. Man hatte also ganz anders zu verfahren : es wurde immer klarer, daß es zweckmäßig ist, größere Ländereien zu erwerben und sie dann erst unter speziell zu diesem Zwecke gebildete Gruppen zu verteilen, oder sonstigen Käufern ohne Rücksicht auf etwaige im Voraus geleistete Beiträge zu veräußern. Es ist ja auch *) S. Barbasch, M. Disenghof, Ingenieur Temkin, Agronom Ettinger Ingenieur Ussischkin und J. A. Goldberg.

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