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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 229

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Die christlichen Kirchen in Palästina
Date
1907-09-01
Page
Seite 229 (sequence 3)
Language
German
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— 229 — der von der türkischen Regierung mit besonderen Rechten ausgestattet ist und sich bei aller Fühlung mit dem Patriarchen voller Bewegungsfreiheit erfreut. Er ist stets ein Italiener, während sein Vikar ein Franzose, sein Prokurator ein Spanier ist. Das Kloster steht seit dem 16. Jahrhundert auf dem heutigen Grund und Boden; vorher bewohnten die fratres minores auf dem traditionellen Zionsberge das sogen. Coenaculum, das jetzt den Muhammedanern gehört. Von 1882—85 wurde das Kloster baulich vergrössert; es umfasst jetzt neben den Verwaltungsräumen und Wohnstätten die theologische Lehranstalt mit Bibliothek, die Pfarrschulen, ein Waisenhaus, eine grosse Reihe von Lehrwerkstätten mit modernem Betrieb, Apotheke, Hospiz usw.; die ökonomische Verwaltung des ganzen Apparats gilt für vortrefflich. Die Karmeliter haben das Land mit den letzten Kreuzfahrern verlassen, aber 1631 ihre Niederlassung auf dem Karmel neu besiedelt; es sind gegenwärtig 18 Mönche, die auch die Gemeinde in Haifa bedienen. Seit Wiedererrichtung des Patriarchats haben im ganzen 26 verschiedene katholische Kongregationen sich im Lande angesiedelt; wir zählen sie zunächst nach der Zeit ihrer Ankunft auf, um sie dann nach ihrem Programm und ihrer nationalen Farbe zu gruppieren. 1848 kam die Kongregation der „Schwestern von der Erscheinung des heil. Josef" aus Marseille. Die Josefsschwestern widmen sich der weiblichen Erziehung und der Krankenpflege; sie besitzen heute bereits 13 Niederlassungen in Palästina, darunter 3 Waisenhäuser, 5 Gemeindeschulen (mit 1100 Mädchen), 3 Hospitäler, unter denen das vom Patriarchat gegründete Ludwigshospital vor dem Neuen Tore in Jerusalem nach Räumlichkeit und Leitung musterhaft ist. 1855 übernahmen die „Frauen von Nazareth" die weibliche Erziehung und Krankenpflege daselbst. Sie unterhalten ausserdem 3 Schulstationen in Galiläa mit 35 Nonnen und 250 Zöglingen. 1856 begründete Pater Ratisbonne, ein konvertierter Jude, in Jerusalem den Orden „Unsere lieben Frauen von Zion". Der ursprüngliche Zweck, die Bekehrung der Juden, ist hinter dem Unterricht und der Erziehung der weiblichen arabischen Jugend fast ganz zurückgetreten. Im ganzen zählen die Klöster zu Jerusalem und 'Ain-Karim 37 Insassen.

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