Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Der achte Kongress
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 224 (sequence 4)
- Language
- German
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— 224 — sache genügt es, auf das ganz ausserordentliche Arbeitsquantum hinzuweisen, das seit Dezennien von jüdischer Seite ganz unabhängig vom Zionismus in Palästina geleistet wurde und wird. Man mag vom zionistischen oder allgemein sozialpolitischen Standpunkte aus den Resultaten dieser Arbeit noch so kritisch gegenüberstehen, ihr Umfang jedoch muss in vollem Masse Anerkennung finden und ist ein unabwendbarer Beweis dafür, dass das gesamte jüdische Volk für Palästina empfänglich ist. Abgesehen jedoch von diesem Gefühlsmomente wird jetzt Palästina wie auch die benachbarten Orientländer zu einem sehr wichtigen realen Faktor für die Lösung der Judenfrage. Durch die Krisis der letzten Jahre in Russland und Rumänien sind wir in der Ansiedlungsfrage der heimatlosen Juden an einen Punkt gelangt, wo nicht mehr viel zu verlieren ist Es erscheint aber die Hoffnung berechtigt, dass im Orient die Juden noch viel gewinnen können. Es ist kein Zufall, dass eine so junge und unter energischer Leitung kräftig aufstrebende Organisation wie der Hilfsverein der deutschen Juden, in dem Bestreben, zielbewusste und zukunftsreiche Arbeit zu leisten, n immer ausgedehnterem Masse Palästina zum Tätigkeitsgebiet erwählt. Gerade die weitsichtige Arbeitstendenz des Hilfsvereins hat von Anfang an sein Zusammenwirken mit der zionistischen Partei erleichtert. Aber auch mit den andern in Palästina tätigen Organisationen ist ein Zusammenarbeiten unsererseits zum Wohle des Judentums dringendst geboten. Die Organisation von grösseren Schichten der Juden für Palästinaarbeit auf allgemein jüdischer und nicht rein zionistischer Grundlage müsste bald in Angriff genommen werden. Wenn auch eine so leistungsfähige Institution wie die chowewe-zionistische Gesellschaft in Russland in den westlichen Ländern nicht so leicht ins Leben gerufen werden kann, so lässt sich doch auch hier bei genügender Arbeit sehr viel schaffen. Es gehört nur dazu guter Wille bei den Alten und Anregungen und agitatorische Unterstützung von zionistischer Seite. In diesem Falle könnte beispielsweise der Palästina-Colonisations- Verein Esra in Berlin zu einer starken Instituton in Deutschland werden und Vereine von gleichen Tendenzen auch in Frankreich, England, Amerika und anderen Ländern ins Leben rufen. Damit die zionistische Partei im Verein mit anderen grossen Organisationen in Palästina arbeiten kann, muss sie neben den spezifisch zionistischen Werken auch andere Institute in gleicher