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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 182

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Rischon lŹion [Nachricht]
Date
1907-06-01
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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— 182 — *auf den bisherigen Haupterwerbszweig der Kolonie, auf den Weinbau und die Weinfabrikation. Die hohen Preise — fast Prämien — die ursprünglich von der Administration für die Trauben gezahlt wurden, hatten dem Anbau einen größeren Stimulus gegeben als dem Verkauf, der immer mehr und mehr hinter der Produktion zurückblieb. Als das Mißverhältnis gar zu groß wurde, begann man die Trauben* preise stark 2u reduzieren, und als auch das nicht hinreichte, wurde der teilweise Übergang zu andern Kulturen beschlossen, d. h. man stellte den Kolonisten, die darauf eingingen, einen Teil ihrer Weingärten auszuhacken, Gelder für Neupflanzung von Mandeln, Oliven und andern Kulturen zur Verfügung. Auch die Übergabe der großartigen Rothschildschen Kellereien an ein aus den Weinbauern von Rischon und den andern Kolonien gebildetes Syndikat ist eine der tiefgreifenden Änderungen in der Entwicklung Rischons und der gesamten jüdischen Kolonisation in diesem Teile des Landes. Von der Initiative und Selbständigkeit der Kolonisten wird es abhängen, inwieweit Rischon sich zu einem immer gesunderen Gemeinwesen fortentwickeln und inwieweit es die guten Wünsche wahrmachen wird, die heute von allen Seiten für Rischon zu seinem fünfundzwanzigjährigen Jubiläum geäußert werden. Die ersten Einwanderer aus Rußland vom Jahre 1882 fanden in Jaffa eine jüdische Bevölkerung von kaum 20 Familien unter einer Gesamtbevölkerung von ca. 10000 vor. Jerusalem zählte etwas über 30000 Einwohner — darunter die kleinere Hälfte Juden — meist Sephardim. Von sonstigen Juden im Lande war kaum etwas bekannt, Kolonien gab es noch nicht. Petach-Tikwah war zwar schon im Jahre 1878 von Jerusalemer Juden begründet worden, doch hatte man die Kolonie verlassen, und erst nach dem Beginn der neuen Kolonisation faßte man auch dort wieder neuen Mut. Die einzige jüdische landwirtschaftliche Ansiedelung war Mikweh Israel, die Ackerbauschule der Alliance Israelite, eine halbe Stunde von Jaffa an der Jerusalemer Landstraße gelegen. Im Gründungsjahre von Rischon erfolgte dann auch die Gründung von Wadi- Chanin (eine Stunde von Rischon) von Sichron Jakob in Samaria, von Rosch Pinah in Galiläa (unweit Safed). Im Jahre 1883 folgte Jessod ha'ma'alah, 1884 Ekron, Katra, Mischmar Ha- Jarden, 1888 kam hinzu Kastinie, 1890 Rechoboth, 1S91 wurden Chederah, Moza, Bne Jehuda und Ain Seitun gegründet, 1896 folgten Metuleh und Artuf, und schließlich in den Jahren 1900 bis 1903 die Kolonien Sedschera, Mes cha, Milhamie und Jamma-Dalaika, diese letzteren sämtlich in der Tiberiasgegend. Rechnet man hierzu noch die verschiedenen Landkäufe an Stellen, wo die Kolonisation vorerst noch nicht begonnen werden konnte oder einstweilen wieder aufgegeben werden'mußte, eine Anzahl neuer „jüdischer Punkte" im Lande, wie die Ölfabrik bei Beth-Arif, die Waisenschule Kirjath Sefer und andere, die nicht eigentlich als Kolonien angesprochen werden können, so kommt schon eine ziemliche Summe in einem weiteren Sinne kolonisatorischer Arbeit zusammen. Aber auch die städtische jüdische Ansiedlung gehört in den Bereich dieser Betrachtung, denn ein guter Teil der städtischen Judenschaft Palästinas ist unter dem Einfluß der Kolonisationsidee nach dem Lande gekommen, und dieser Teil der jüdischen Ansiedlung hat vielfach eine bessere Entwicklung gezeigt, als die landwirtschaftliche, die ja naturgemäß mit viel mehr Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt hat. Alles in allem ist das Resultat fünfundzwanzigjähriger Kolonisationstätigkeit nicht gering anzuschlagen. Die jüdische Bevölkerung Jaffas ist von ca. 100 auf 8000 Seelen angewachsen, die Kolonien zählen ebensoviel, und Jerusalem ist mit

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