Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Die Industrien Palästinas
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 154 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 154 — bestehen. Es gibt eine Menge von Früchten und Gemüsen, die bei der billigen Produktion sich mit gutem Erfolg zu Konserven verarbeiten Hessen. Der eingedickte Traubensaft oder Traubenhonig, der unter dem Namen Dibs im Lande selbst einen Markt findet, wäre wahrscheinlich mit geringer Mühe in einen exportfähigen Zustand zu bringen. Aber auch Weingelees nach englischer Art, sowie Marmeladen aus Orangen und Zitronen sind erfolgversprechende Fabrikate. Für die Fruchtkonservenfabrikation spricht auch der billige Zuckerpreis (von 30.— Mark per 100 kg. an) und in noch höherem Grade die Möglichkeit einer eigenen Zucker-Industrie im Lande, die sogar den seltenen Vorteil hätte, mit Rohr- und Rübenzucker rechnen zu können, da beide Kulturen im Lande gut gedeihen. Eine grosser Ausdehnung fähige Industrie ist auch die Zitronensaft-Presserei und die Herstellung von Zitronen- Säure. Von Gemüsen findet ein primitiv hergestelltes Tomatenpuree guten Absatz im Lande, doch würden die billigen Tomatenpreise einen bedeutenden Export ermöglichen, vorausgesetzt, dass europäische resp. amerikanische Fabrikationsmethoden eingeführt werden. Auch sonst gibt es eine Reihe von Gemüsen, die in konserviertem oder präserviertem Zustand nur auf den europäischen Markt gebracht zu werden brauchten, um sofort Absatz zu finden. Zum Schluss ist auch noch der Parfüm-Industrie Erwähnung zu tun, von der trotz guter Chancen erst die allerersten Anfänge zu bemerken sind, und der Papier-Industrie, für die verschiedene Rohstoffe im Lande zu finden sind. Papiere von besonderer Güte könnten wahrscheinlich aus der ursprünglichen Papierpflanze, dem Papyrus, hergestellt werden, der unkultiviert, aber in grossen Mengen — besonders in Nord-Galiläa — zu finden ist. Wenn wir im Vorstehenden eine kurze Skizze der industriellen Möglichkeiten auf Grund der Produkte und Rohstoffe gegeben und auch flüchtig die Möglichkeiten auf Grund des Imports von ausländischen Industrie-Produkten gestreift haben, so gehen wir nunmehr zu den auf Import von Rohmaterialien und auf Export - Möglichkeiten basierenden Industrien über. Diese viel weniger „natürlichen" Industrien sind keines-> wegs ohne Bedeutung und können unter Umständen sogar