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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Die praktische Arbeit in Palästina in den letzten zwei Jahren
Date
1907-06-01
Page
Seite 147 (sequence 7)
Language
German
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— 147 — vorhanden. Zwei neue Zahnärzte sind gekommen. Für einen dritten wird es vielleicht in Jerusalem Platz geben, wenn er ganz im europäischen Sinne sich einrichten wird. Ein vermögender, diplomierter Apotheker könnte verdienen. Drei neue Hebammen fanden Stellungen, eine erhielt eine kommunale Anstellung in Haifa. Alle angekommenen Lehrer und Lehrerinnen fanden Stellungen. Für Spezialisten ist noch immer Platz. Es fehlen Gesang- und Zeichenlehrer. Es waren Nachfragen nach Gouvernannten, die ausser Hebräisch noch eine europäische Sprache beherrschen. Es fanden sich keine. Einfache Frauenarbeit. Ausser den Hebammen und den Lehrerinnen, die bereits erwähnt wurden und den Näherinnen, die zu den Handwerkern gerechnet wurden, ist noch von der einfachen Frauenarbeit zu reden: Haus- und Küchendienst. Es gibt fast keine jüdischen Dienstmädchen. Die in den letzten 2 Jahren angekommenen Mädchen erblicken in diesem Berufe etwas besonders Beleidigendes und wollen ihn nicht annehmen, auch bei Kost und Logis und einem Lohne von 20—30 Francs monatlich. Für manche Familie ist das eine Kalamität und so mancher Einwanderer musste dadurch wegziehen. Die einheimischen jüdischen Mädchen wollen ihr Heim nicht verlassen und mit den arabischen kann man sich zunächst nicht verständigen. Die Frage wird erledigt sein, wenn ausser intelligenten Mädchen auch einfache, verdienstsuchende Mädchen kommen werden. Geistiger Zustand. Im geistigen Zustande der letzten Jahre ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Die Hunderte junger Arbeiter, die Lehrer und Lehrerinnen und die übrigen gebildeten Einwanderer brachten mit sich neues Leben und geistige Anregung. Als sichtbare Zeichen der neuen Richtung sind zu betrachten: Erziehung und Schulwesen. Neue Schulen entstanden: 1) „Bezalel" mit seinem originellen Plan, von grossem Einfluss in der Gegenwart und mit vielen Hoffnungen für die Zukunft. In Jerusalem wirkte er bereits bahnbrechend. 2) Das hebräische Gymnasium. Das Bedürfnis danach war sehr gross; die Eltern waren daher die ersten Mitglieder des „Vereins des hebr. G}™nasiums". Ohne solche Anstalten ist es für viele unmöglich, sich hier niederzulassen. 3) Eine Schule für die Kinder der Einwanderer, die

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