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Palästina · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Handel Smyrnas
Date
1907-05-01
Page
Seite 139 (sequence 3)
Language
German
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— 189 — tralisiert Smyrna noch immer einen Teil des Handelsverkehrs der Sporaden, wie- Mytilene (45000), Chios (70000), Samos (55000) Kalymnos (22000), Rhodos (30000) u. a. Allerdings hat sich etwa in den letzten 10 Jahren gerade bei den letztgenannten Küsten^ und Inselstädten immeu deutlicher das Bestreben beobachten assen, sich von Smyrna zu emanzipieren und unter Umgehung der Großfirmen. Smyrnas in unmittelbaren Verkehr mit Europa zu treten. .Neuerdings haben sogar europäische Firmen auch die Städte des Innern zu gleichem Zwecke bereisen lassen. Dieses Vorgehen ist jedoch bedenklich. Das deutsche Reich hat Konsularvertreter außer in Smyrna in Mytilene, auf Chios, Rhodos und Samos; irgend ein Eingreifen zum Schutze deutscher Geschäftsinteressen, das sich bei den Verhältnissen dieser Länder oft als einziges Mittel erweist, ist außerhalb der genannten Orte sehr erschwert, ebenso die Einholung zuverlässiger Auskünfte, und es sollte daher der deutsche Kaufmann diesen unsicheren Boden einstweilen nicht betreten, sondern lieber seine Vertretung in Händen zuverlässiger und mit den Verhältnissen genau bekannter Firmen der Hauptorte, vornehmlich Smyrnas, belassen. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, daß bei Schaffung etwas günstigerer Anschlüsse an die großen Linien der Zwischenhandel Smyrnas wieder zunähme. Smyrna selbst ist heute eine Stadt von 275000 Einwohnern. Es ist keine türkische Stadt; die 75000 Mohammedaner der Stadt leben in einem landeinwärts gelegenen Viertel. Von der See aus bietet der im Halbkreis den Hafen umschließende 3V4 km lange Kai ein europäisches Bild. Die Stadt zählt außer den Mohammedanern 100000 Griechen türkischer Staatsangehörigkeit, 35000 Griechen griechischer Staatsangehörigkeit. 10000 Armenier und 35000 Juden. Auch in den anderen obengenannten Städten ist das Verhältnis der Völker ähnlich. (Asien, V. Jahrgg., Mr. 12). Politisches. Strategische Eisenbahnen. Die türkische Regierung will in Europa strategische Eisenbahnen bauen. Die wertvollen Dienste, die ihr die Orientalischen Eisenbahnen und die Jonction Salonique- Konstantinople-Bahn während des Krieges mit Griechenland und bei den mazedonischen Unruhen in den letzten Jahren geleistet haben, hat in ihr den Wunsch rege werden lassen, das Bahnnetz in ihren europäischen Besitzungen weiter auszugestalten. Im Falle einer Mobilisierung gegen Bulgarien oder einen anderen europäischen Staat ist es für die türkische Kriegsverwaltung von höchster Wichtigkeit, die Truppen aus den asiatischen Provinzen schnell auf den europäischen Kriegsschauplatz werfen zu können. Die Bahnbauten in Kleinasien und in Syrien haben zwar die Beförderung der Truppen aus dem Innern an die Meeresküste erleichtert, aber ihre Überführung auf die europäische Seite ist schwierig, da es den Türken an genügenden Transportschiffen fehlt und da außerdem eine feindliche Kriegsflotte diese Transporte ganz unmöglich machen kann. Gefahrlos und sicher kann die Überführung von Truppen von der einen Seite auf die andere nur innerhalb der Befestigungen der Meerengen, also über das Marmara-Meer erfolgen. Mit der Anatolischen Eisenbahn in Haidar- Pascha ankommende Truppen werden nach Stambul übergesetzt und mit der Orientalischen Eisenbahn nach Dedeaghatsch und von da mit der Jonction Salonique- Konstantinople-Bahn weiter nach Saloniki, Monastir, Usküb usw. befördert. Bei Dedeaghatsch ist auf ausdrückliches Verlangen der türkischen Kriegsverwaltung eine weiter vom Meer entfernt liegende Hilfslinie gebaut worden, damit Truppentransporte vom Meer aus nicht gestört werden können.

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