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Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Die ägyptischen Beduinen [Nachricht]
Date
1907-03-01
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
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— 1U7 — besser für ihn. In welchem Umfange sich diese Bewegung bereits vollzieht, läßt sich durch Zahlen zeigen: 1S82 lebten in Ägypten 147 600 angesiedelte Beduinen, 1897, deren schon 531000. Die Rentabilität der Orangenblüten=Kultui\ Über diesen Punkt bringt die „Petite Revue agricole et horticole-' folgende Angaben: Die Kosten der Errichtung einer Orangerie sind sehr hohe und werden auf mindestens 3000 Frcs. per Hektar geschätzt. Die jährlichen Unterhaltungskosten betragen mit Kapitalzinsen etwa 1800 Frcs. per Hektar. Nach 10 Jahren erst liefern die Anpflanzungen einen halben, nach 20 Jahren einen vollen Ernteertrag. Von einer Rentabilität kann erst die Rede sein, wenn man nach 20 Jahren auf einen jährlichen Reinertrag von 4000 Frcs. per Hektar rechnen kann, der einem Verkaufswerte von 0,60 Frcs per Kilo Orangenblüten entsprechen würde. Uber die Verwertung der Olivenkerne (Olivenrückstände) durch trockene Destillation zur Erzeugung von Holzkohle, Holzgeist (Methylalkohol),, essigsaurem Kalk, Essigsäure, Aceton, Holztheer u. s w. berichten. Dr. Jürgensen und Bauschlicher, Prag-Zizkow, (Mittei.ungen aus dem techn. Bureau für die ehem. Industrie.) Die trockene Destillation von Holz, eine in Mitteleuropa sehr entwickelte und ausgedehnte Industrie, ist in den südlichen Ländern infolge des Fehlens geeigneter Wälder fast unbekannt geblieben. Dieser Holzmangel hat die Verfasser veranlaßt, Studien anzustellen, um ein Rohmaterial ausfindig zu machen, welches das Holz ersetzen und ermöglichen könnte, auch im Süden eine Industrie zur Erzeugung von Essigsäure, Aceton und anderen ehem. Produkten ins Leben zu rufen, die in Italien, Spanien und Frankreich heute in großen Quantitäten aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika importiert werden. Als für gedachten Zweck am besten geeignetes Material haben sich nun die Olivenschalen und -kerne (Rückstände) erwiesen. Selbstredend handelt es sich um die vom restlichen Oel (Sulphur-Oel) befreiten Olivenrückstände, welche in Spanien, Algier, Tunis, auf der Insel Kreta, in Kleinasien, Griechenland und Italien in sehr grossen Quantitäten aus der Olivenölfabrikation resultieren. (Die entölten Frucht- und Kernrückstände betragen 30—40% 'der Olivenfrüchte.) In Ermangelung einer besseren Verwertung wurden diese Rückstände bis jetzt teilweise als geringwertiges Brennmaterial verwendet, ein großer Teil konnte nur Düngerzwecken zugeführt werden. Die trockene Destillation der Olivenrückstände (Verkohlung mit Gewinnung der Nebenprodukte) erfordert einen ganz besonders für diesen Zweck konstruierten Apparat. Ein solcher ist den Verfassern in allen Mittelmeerländern patentiert. Die Ausbeute an ehem. Produkten aus der trockenen Destillation der Olivenrückstände, gleicht derjenigen aus der trockenen Destillation von bestem Buchen- und Eichenholz. Die dabei gewonnene Kohle hat Erbsengröße, eine Heizkraft von 6800 Calorien, enthält sehr wenig" Asche und läßt sich leicht in Briketts pressen. In Algier und Tunis z. B., wo Holzkohle fehlt oder teuer ist, würden die Briketts eine blühende Industrie ins Leben rufen können, durch Verwertung der dort vorkommenden Eisenerze an Ort und Stelle, im Hochofenbetriebe.

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