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Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 96

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Die Bekämpfung des Trachoms
Date
1907-03-01
Page
Seite 96 (sequence 5)
Language
German
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— 96 — bringen. Sobald aber die Sonne weniger drückend brannte, nahm der fleissige Arzt wieder seine Tätigkeit auf und organisierte sogar eine zweite Ambulanz, die er nach Calionb in Unterägypten entsandte. Dann begab sich Dr. Callan nach der Oase Medina - El - Fayum und erteilte nicht weniger als 18000 Ägyptern ärztliche Hilfe. Für Palästina wären neben dem Zentralspitale in Jerusalem solche ambulante Spitäler in der Provinz sehr angezeigt; ein solcher „Feldzug gegen Trachom und Malaria" wäre ein grosser Segen für das Land. Die zweite Einrichtung, deren Einführung sich in Palästina empfähle, wären besondere Schulen für augenkranke Kinder. Da die Behandlung des Trachoms sehr langwierig ist und der Erreichung des Lehrzieles eine lange Abwesenheit hinderlich wäre, ferner da durch besondere Schulen der Verbreitung der Seuche ein wirkungsvollerer Riegel vorgeschoben wäre, als durch eine noch so genaue Separation innerhalb einer gemeinsamen Schule, sollte man in Palästina auch solche Schulen, — nach Londoner Muster, nach Report of the Metrop. Asyl Board — anstreben. Die Voraussage der Krankheit ist bei frühzeitiger Behandlung günstig; aber man muss Ausdauer haben, da der Krankheitsprozess sehr zu Rezidiven neigt und trotz aller Mühen sich über viele Monate erstrecken kann. Bei ungünstigen Verhältnissen und ohne entsprechende Therapie können sich die Erkrankten das ganze Leben mit dem Leiden hindurchschleppen. Im Verlaufe auftretende Trübungen der Hornhaut schädigen die Sehkraft und führen selbst zur vollen Erblindung, wie oben erwähnt. Der Trachomkranke soll kräftige Nahrung gemessen; man halte ihn nicht im Zimmer, sondern bringe ihn möglichst viel in die frische Luft und lasse ihn Bewegung machen, allenfalls auch leichte Arbeiten unter freiem Himmel verrichten. Gelingt es durch die Durchführung der vorgeschlagenen Massregeln das Trachom, und conform meinem Artikel „Die Bekämpfung der Malaria41, die Malaria auf ein Minimum zu reduzieren, — und es ist dies schon nach dem heutigen Stande der Wissenschaft durchführbar, — so sind damit sichere Grundlagen für eine Besiedelung des Landes im Grossen geschaffen.

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