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Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 92

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Die Bekämpfung des Trachoms
Date
1907-03-01
Page
Seite 92 (sequence 1)
Language
German
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— 92 DIE BEKÄMPFUNG DES TRACHOMS. Von Dr. L. Sofer. Neben der Malaria ist das Trachom die grösste Plage .'Palästinas. Der Orient ist überhaupt reich an Augenkrankheiten; die Bezeichnung „ägyptische Augenkrankheit" weist auf das Ursprungsland der Seuche hin; aber auch in Arabien ist sie heimisch. Die Nachbarschaft beider Länder, der Tiefstand der Hygiene begünstigte das Einschleppen der Krankheit. Hierzu kommt, dass ein grosser Teil der Einwanderer aus Gegenden (wie z. B. Russland) stammt, in denen diese Krankheit heimisch ist. Es ist natürlich, dass diese Krankheit auch die Juden sehr heimsucht, da sie die Trachomgegenden Russlands in grosser Anzahl bewohnen; ein Zusammenhang zwischen Trachom und 'Rassenkonstitution besteht aber nicht. Prof. Ernst Fuchs sagt darüber in seinem „Lehrbuch der Augenheilkunde": . . . „indem das Trachom vorzüglich die arme Bevölkerung heimsucht, welche dicht gedrängt wohnt und weniger Sorgfalt auf die Reinlichkeit verwendet. Auf diesen Grund ist es auch zurückzuführen, dass die Juden in manchen Gegenden ganz besonders vom Trachom zu leiden haben." Der Augenarzt Schiele gelangt nach seinen Beobachtungen zum Schlüsse, dass das Trachom im Mittel zu einer unheilbaren Erblindung auf einem in 2%, auf beiden 0,2% aller Trachomfälle führt. Das Trachom ist also eine gefährliche Krankheit, zumal es im Orient im Durchschnitt bösartiger auftritt, und die Erblindung wohl seine schrecklichste, aber nicht die einzige gefährliche Folge ist. Während man früher geneigt war, den sogenannten Follikularkatarrh der Augen als eine mildere Form des Trachoms aufzufassen, steht heute die Mehrzahl der Autoren auf dem Standpunkte, dass Trachom und Follikularkatarrh zwei verschiedene Erkrankungen sind. Bei beiden zeigen sich an der Bindehaut des Auges Körnchen; beim Trachom treten aber später erhebliche Veränderungen auf; die Körnchen zerfallen zu einem Brei oder werden zu Geschwüren und es entstehen Narben, die wieder weitere Missbildungen hervorrufen. Beim Follikularkatarrh dagegen sind die Körner mehr durchscheinend, bläschenartig (daher auch der Name Bläschenkatarrb), kleiner, stärker hervorragend und meist weniger zahlreich und verändern sich nicht weiter; beim Trachom sind die ^Körner trüber, undurchsichtiger, froschlaichartig, und sitzen auf

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