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Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 82

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Das Palästina-Komitee in Odessa
Date
1907-03-01
Page
Seite 82 (sequence 4)
Language
German
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— 82 — und intensivere Tätigkeit zu entfalten im Stande waren. So vermochte die neue Organisation in 6 Jahren von 1884—1890 für Petach-Tikwah allein etwa 135000 Franken auszugeben, ebensoviel ungefähr für die von ihr für die Mitglieder der „Bilu" neu gegründete Katra, ausserdem noch für Jessod- Hamalo ungefähr 9000 Francs. Dabei ist zu erwähnen, dass die Vereine der Chowewe-Zion damals in Russland gesetzlich verboten waren, wodurch ihre Tätigkeit auch sehr erschwert und zu einem gefahrvollen Unternehmen gemacht wurde. Erst im Jahr 1890 gelang es dem hebräischen Schriftsteller Zederbaum in Petersburg, die nötige gesetzliche Bewilligung für die Chowewe - Zionistische Organisation zu erlangen und die oben genannte Palästina-Gesellschaft mit dem Odessaer Komitee als vollstreckendem Organ begann eine, zwar durch das sanktionierte Statut gehemmte, jedoch nach Massgabe der wachsenden Mittel sich erweiternde Tätigkeit. Die alten Kolonien wurden ausgebaut und fortwährend reichlich unterstützt, eine Reihe neuer Kolonien konnte dank der Förderung des Palästina- Komitees ins Leben gerufen werden, mannigfaltige auftauchende Bedürfnisse kultureller Natur fanden durch diese stets hilfsbereite Institution ihre Befriedigung und in allen Zweigen des jüdischen Lebens im neuen Palästina machte sich der wohltuende Geist des Odessaer Komitees bemerkbar. Leider gewann mitunter der rein philanthropische Geist in dieser Versammlung das Übergewicht und verursachte Bewilligungen und Ausgaben, die gewiss durch die edelsten Motive der Barmherzigkeit diktiert, jedoch vom reinen politisch - kolonisatorischen Standpunkte aus recht verfehlt waren. Seit dem Jahre 1902 machte sich, unter dem Einflüsse des politischen Zionismus, die politische Richtung im Komitee immer mehr geltend, die auf der letzten Generalversammlung im Juli 1906 über die rein philanthropischen Tendenzen einen vollständigen Sieg davontrug. Die meisten Delegierten waren der Ansicht, dass das Odessaer Palästina-Komitee mit dem Geiste des grosszügigen politischen Zionismus durchdrungen werden müsse und wählten deshalb zum Präsidenten für die nächsten drei Jahre das Mitglied des Engeren A. C. Ingenieur Ussischkin, der in einer Reihe programmatischer Reden, den Standpunkt vertreten hat, dass das Komitee von, nun an als ein integrierender Bestandteil der gesamten zionistischen Bewegung wirken und daher in allen Unternehmungen einzig und allein von

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