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Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 80

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Das Palästina-Komitee in Odessa
Date
1907-03-01
Page
Seite 80 (sequence 2)
Language
German
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— 80 — ankauf, Gründung neuer Bauernhöfe, Unterstützung bereits bestehender Bauern wirtschaften, Schulen, Bibliotheken, Kindergärten, Krankenhäuser, Leihkassen, Arbeiterunterstützung, Wohlfahrtseinrichtungen aller Art usw. usw. Und trotz alledem gibt es andererseits kaum eine zweite jüdische Volksinstitution grösseren Stils, die den weitesten Kreisen unserer westeuropäischen Brüder so wenig bekannt wäre wie das Odessaer Palästina-Komitee. Bis zur letzten Zeit hat man sich für dieses verdienstvolle Organ in unserer Bewegung überhaupt nicht interessiert und auch jetzt noch sprechen viele Zionisten vom Odessaer Komitee nur als einer Institution von vermeintlich rein philanthropischem und ausgesprochen antipolitischem Charakter. Wenn das Letztere vielleicht für einzelne Zeitabschnitte in der bisherigen Geschichte der Palästina- Gesellschaft auch zutreffend sein mag, so ist es absolut nicht mehr der Fall, seitdem an der Spitze des Odessaer Komitees das Mitglied des Zionistischen Engeren A. C, Ingenieur M. Ussischkin steht. Wir hoffen daher eine gewisse Lücke in der zionistischen Informationsliteratur auszufüllen, wenn wir den Lesern dieser Zeitschrift von Zeit zu Zeit genaue Berichte über die Tätigkeit des Palästina-Komitees in Odessa vorlegen werden, um sie somit stets auf dem Laufenden zu halten über alles, was diese älteste Kolonisationsgesellschaft in Palästina sowie in den Ländern der Diaspora im vollen Einklänge mit den Grundprinzipien des Baseler Programms unternimmt. Die russisch-jüdische Palästina-Gesellschaft, oder wie ihr etwas langatmiger offizieller Titel heisst: „Gesellschaft zur Förderung und Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina" ist offiziell im Jahre 1890 gegründet worden, tatsächlich datiert ihre Entstehung und anfängliche Entwickelung von viel früher her, nämlich seitdem eine intensive jüdische Auswanderung aus Russland nach den grausamen Juden-Metzeleien anfangs der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts begonnen hat. Bei den nationalistisch gesinnten, weit ausschauenden jüdischen Schriftstellern und Politikern jener Zeit wurde allmählich der Gedanke reif, diese Massenauswanderung, die mit der Stärke einer elementaren Naturerscheinung auf einmal ausbrach, für den jüdisch nationalen Staatsgedanken nutzbar zu machen und einen Teil der Emigranten wenigstens nach Palästina zu lenken, sie dort als Ackerbauer und Handwerker anzusiedeln und den Grundstein

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