Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1907)
- Article
- Die Insel Cypern
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 65 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2379786-2379797-2379800-2381213--00898-2381281- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 65 — die sie für die Zwecke der neuen Eisenbahn erwerben musste, £ 90 per Feddan gezahlt. Seit Sir William Willcocks begann Ländereien zu kaufen und seit die Nachricht von der bevorstehenden Gründung einer Agrarbank bekannt wurde, sind die üblichen Landpreise um mehr als das Dreifache gestiegen. Diese Preissteigerung ist tatsächlich jedoch nur fictiv, da keine Käufe stattfinden. Trotzdem hatte man im Sommer 1906 in den Distrikten Larnaca und Limassol und einem Teil von Famagusta 4, 8 und 12 £ für den Feddan zu bezahlen, wo man wenige Monate vorher zu 1, 2 und 4 £ kaufen konnte. Dieses sind die 3 Distrikte, in denen es Güter von einiger Ausdehnung gibt, hingegen wiegt in der Messaoria der Kleinbesitz vor, und speziell in dem Distrikt von Morphou findet man viele Baumpflanzungen. Der Feddan ist dort zwischen £ 30,— bis £ 50— wert. Ein vollständiger Kataster der Insel ist niemals gemacht worden. Für sehr wenige Landstücke gibt es genaue Grenzen, und wenn man Ländereien kaufen will, so ist es nötig, eine genaue Landmessung vorzunehmen. Die blosse Registrierung involviert keineswegs einen absoluten BesitztiteL Die Ländereien der Regierung gehören zu der Kategorie der Arazi Mewad und zerfallen in 2 Klassen: 1. vermessene Ländereien und Wälder 2. unvermessene Ländereien oder Hali-Land. Jede dieser beiden Klassen umfasst etwa 400000 Feddan. Die Regierungsländereien sind jedoch durchaus ungenügend abgegrenzt, nur das Domänengebiet im bewässerbaren Osten der Messaoria ist katastriert und abgegrenzt. Die Regierung besitzt dort 4700 Feddan, die drainiert und mit Hilfe der kürzlich errichteten Reservoire leicht bewässerbar sind. Die Eisenbahnlinie Famagusta—Nicosia durchquert diese Ländereien und verleiht ihnen einen beträchtlichen Mehrwert. Trotz alledem aber zeigt sich keine Nachfrage nach diesen Ländereien seitens der cypriotrischen Bevölkerung, die überhaupt keine Kauflust hat und das Pachtsystem vorzieht. Das anbaufähige Gebiet von Cypern zeigt schon in seiner äusseren Formation ausgeprägte Verschiedenheiten. Es ist fast überall sehr reich an Kalk und Pottasche und verhältnismässig arm an Stickstoff und Phosphorsäure. Die Anwendung von Schlacken oder Superphosphaten und die Ausdehnung der bodenverbessernden Leguminosen sind sehr zu empfehlen.