Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1907)
- Article
- Landwirtschaft in der Wüste ohne Bewässerung
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 7)
- Language
- German
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— 54 — Feuchtigkeit gegen nur 71/20Jo in einem andern. Darauf folgte ein Regenfall von 5V2. Zoll, infolge dessen Untersuchungen 25 % Feuchtigkeit in anderen Feldern, aber nur 19 °/0 in denen Campbell's ergaben; denn das Wasser wurde von Campbell's Feld leichter aufgesaugt und verschwand unterhalb der Versuchstiefe, um im Bedarfsfalle langsam wieder heraufzusteigen. 25 % Wasser im Boden bilden Schlamm. 8 % lassen ihn so trocken wie Staub. Der Schreiber dieses hat, das Land auf Campbell's Feldern feucht genug gefunden, um es in einem Ball ^zu drücken, während identisches Land, fünfzig Fuß davon entfernt, und durch gewöhnliche Methoden bearbeitet, als Staub davon flog, wenn man es losliess. Im jähre 1896 fing Herr Campbell an, seinen Aufruf an die großen Mühlen- und Elevatorenbesitzer von Minneäpolis und an die Verwaltung von Eisenbahnen um Unterstützung in der Errichtung von Modellfarmen als Unterrichtszentren zu erlassen. Es ist ihm, gelangen in jeder der 10 Saisons, die seitdem vergangen, sein Werk zu fördern. Er hat in landwirtschaftlichen Versammlungen Vorträge gehalten, hat landwirtschaftliche Schriften herausgegeben, hat alljährlich ein Hand- und Jahrbuch seines Werkes veröffentlicht, hat Modellfarmen in Nord-Dakota, Süd-Dakota, Nebraska, Kansas und Colorado mit gleichem Erfolg ins Leben gerufen. Ausserdem zeugt er 40 Büschel Korn, in Lishon, N. D. gewachsen; Weizen von Goldredge, Nebr., mit dem enormen Ergebnis von 54i/2 Büschel per Acker, und in Cheyenne County, Kans. sich bis auf 43x/2 Büschel per Acker belaufend; Korn das vierzig Büschel in Walsenburg, Col., ergibt und 6800 Fuß über Meeresspiegel wuchs; sowie Zuckerrüben sich auf 23 Tonnen per Acker in der Nähe von Ft. Collins, Colo., belaufend. Außer diesen Produkten der Wüste zeigt er noch Obstgärten, z. B. den zu Hill City, Kan., welche fünf Jahre nach dem Pflanzen Oasen in den batunlosen Prärien gleichen. Es sind Anzeichen vorhanden, daß die Ackerbau-Bevölkerung den Wert des. Trockenanbaues zu erkennen beginnt. Man spricht von der Campbell Methode als dem Heil der trockenen Zone. Die Arbeit ist allerdings eine riesige, nämlich die altherkömmlichen Methoden des Pflügens und Eggens einer ganzen Farmerbevölkerung umzustossen. Das Wunderhorn dabei ist aber, nicht daß sein Fortschritt so langsam, sondern daß es diesem nützlichen und geduldigen Mann in den zehn Jahren aktiven Aposteltums (denn das ist sein Leben gewesen) gelungen ist, so viel zu tun. Die Umwandelung der Kolonisationsmethoden in Argentinien. In der Monatsschrift des Deutsch-Brasilischen Vereins vom 12. Dezember 1906 findet sich ein interessanter Aufsatz von Dr. Julius Wolff über Deutsche Kolonisation in Argentinien, der manche auch für unsere Bestrebungen in Palästina beherzenswerte Betrachtungen enthält. Vor allem wird darin ausgeführt, daß man ursprünglich nur Kolonien durch Gesellschaften oder andere Privatleute auf Staatsländereien gegründet habe und in der Regel nur in Gebieten an den Grenzen der Kultur, da nur dort untergebene Staatsländereien in größerem Umfang vorhanden sind. Die deutsch-schweizerischen Kolonien Esperanza und San Carlos in der Provinz Santa Fe wurden in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts in einer Gegend angelegt, deren Verkehrsbedingungen den Absatz einer Massenproduktion keineswegs begünstigten. Es wurde damals, wo dem argentinischen Ackerbau allerdings nicht der Getreideexport, sondern die Versorgung des heimischen Marktes mit