Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1907)
- Article
- Die Hedschasbahn [Nachricht]
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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— 40 - Jahr Bauzeit aber bringt die Heclschasbahn diesem ewigen Herde der arabischen' Unruhen um 150 km näher. Die neuen Kraus-Lokomotiven von 46 t Eigengewicht befördern Züge bis 168 t Nutzlast mit 23 km Geschwindigkeit auf allen vorkommenden Steigungen mit Ausnahme der großen Schleifen bei Amman, wo die Schnelligkeit auf 15 km verringert wird. Wie kein Fahrplan, so ist auch ein geregelter Aufsichtsdienst einstweilen noch nicht eingerichtet, da die vielen Truppenlager zur Seite der Linie diesen. Zweck von selbst erreichen. Die Beaufsichtigung wird sich aber auch später in ziemlich engen Grenzen halten, da natürlich Übergänge, Schranken, Wärterbuden u. dergl. unbekannte Dinge sind. Die Aufsicht wird sich ungefähr derjenigen auf der Telegraphenline anpassen, ja, von den Organen der letzteren vielleicht an vielen Stellen mit übernommen werden. Die Telegraphenbewachung ist nämlich zwei auf Kamelen berittenen Infanteriekompagnien übertragen, deren Patrouillen von Zeit zu Zeit die Strecke abreiten und von einigen Leuten der Telegraphenabteilung zur Behebung etwaiger Schäden begleitet werden. Bei der großen Entfernung zwischen Maan und Jiedina (700 km) und der Beschaffenheit der dazwischenliegenden völlig unbewohnten Strecke kann man sich von der schweren Aufgabe dieser Patrouille eine Vorstellung machen. Es ist jedesmal die Zusammenstellung einer ganzen Karawane mit Zeiten, Wasser und Proviant erforderlich. Die Vollendung der riedschasbahn, die eine Kette ständig bewohnter Stationen mit Brunnen oder Zisternen schaffen wird, muß natürlich auch die Aufgabe der Telegraphenüberwachung um vieles erleichtern So schreitet im fernen Morgenlande ein bedeutendes Werk der Kultur rüstig, fort und es ist zu wünschen, daß ein voller Erfolg es krönen möge. Weiterbau der Bagdadbahn. Nach der Morning Post soll ein internationales Abkommen über die Frage der Fortsetzung der Bagdadbahn in kürzester Zeit erreicht werden.. Das würde den gleichzeitigen Bau von drei Sektionen von je hundert Kilometern ermöglichen, wodurch die Bahnlinie bis Aleppo fertig gestellt werden würde, und von da würde sich dann eine Verbindung mit Damaskus und von dort wieder mit der Hedjas Bahn nach Mekka herstellen lassen. Der Bau jeder einzelnen dieser Sektionen werde ungefähr zwei und eine viertel Million Pfund Sterling kosten, und das Ganze werde von einem Syndikat finanziert werden, in welchem französische, englische und deutsche Interessen vertreten sein würden. Weitere Details seien, vorläufig noch nicht erhältlich, aber nach dem genannten Blatte soll dieses Abkommen das Resultat langer Bestrebungen und Arbeiten der diplomatischen Vertreter der betreffenden Länder sein, und die Sache wahrscheinlich bei der Audienz zur Sprache gebracht worden sein, die König Eduard dem deutschen Botschafter in Paris gewährt habe. Der Pariser Matin erklärt dagegen, ermächtigt zu sein, alle aus London herübergedrungenen Gerüchte, dass ein internationales Abkommen über die Bagdadbahnfrage zwischen Frankreich, England und Deutschland, seinem Abschlüsse nahe sei, zu dementieren. Über diese Frage habe keinerlei Verhandlung zwischen der Pariser Regierung und denen von Berlin und London stattgefunden.