Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1907)
- Article
- Geschichte Palästinas seit Bar-Kochba
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 2)
- Language
- German
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— 36 — besteigung und der dadurch beginnenden Herrschaft des Christentums verschwinden die Juden ganz aus der Geschichte Palästinas. Bei der Teilung des römischen Weltreiches in Ost- und Westrom (i. J* 394) kam Palästina als Provinz unter die Herrschaft des byzantinischen Kaisers, unter der es mit einer kurzen Unterbrechung (von 614—628), während welcher es von dem Perserkönig Chosroes IL erobert war, bis zum Jahre 636 verblieb. Ostrom wurde jetzt durch die von Muhammed (geb. 570, gest. 632) durch das Band der von ihm gegründeten Religion (622 Hedschra) geeinigten Araber hart bedrängt und während der Jahre 634—636 eroberten diese Unter Führung des energischen Chalifen Omar die byzantinischen Länder Syrien und Palästina und legten in vielen Ortschaften, auch in Jerusalem, arabische Militärkolonien an. Unter arabischer Herrschaft blieb Palästina mehrere Jahrhunderte lang, bis die Einheit des Chalifats durch innere Streitigkeiten vernichtet wurde. Im 10. Jahrhundert regierten über Palästina die Herrscher von Ägypten, die Fatimiden. Im Jahre 1076 kamen aus dem Innern Asiens die Seldschuken, Türkenstämme, als Eroberer nach Vorderasien und gründeten dort ihr Reich, welches sie auch über Palästina ausdehnten. Auf der Kirchenversammlung zu Clermont (1095) begeisterten der Papst Urban II. und Peter von Amiens die abendländischen Christen zur Vertreibung der Türken aus dem heiligen Lande und 1096 zogen die Kreuzfahrer unter Gottfried von Bouillon, Raimund von Toulouse, Robert von der Normandie u. a. gen •Osten. (Bei dieser Gelegenheit veranstalteten sie die bekannten Judenverfolgungen in Frankreich und Deutschland.) Sie eroberten das ganze Land und bekamen am 15. Juli 1099 Jerusalem in ihre Gewalt. Gottfried von Bouillon wurde König des neugegründeten Königreichs Jerusalem. Nach seinem Tode (1100) folgte ihm sein Bruder Balduin I. Der Regierungsantritt Balduins II. (1118) bezeichnet den Höhepunkt der abendländischen Eroberungen. Als die Kreuzfahrer im Jahre 1136 versuchten, auch Damaskus in ihre Gewalt zu bekommen, trat ihnen der Emir Zeugi entgegen. Die Eroberung Edessas durch seinen Sohn Uüreddin (1146) rief den zweiten Kreuzzeug hervor (1147—1149). Die Franken richteten jedoch nichts gegen ihn aus. 118 7 brachte Saladin, einer seiner Feldherren, durch seinen Sieg bei Hattin ganz Palästina in seine Gewalt, was