Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1907)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Jaffa
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 14)
- Language
- German
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— 35 — Leiter der Talmud Thora hat ein Gehalt von über 100 Frcs. monatlich, die übrigen Talmud Thora-Lehrer nur 40—60 Frcs. Die Melamdim der privaten Chedarim bekommen in der Regel 2 Beshlik für ein Kind monatlich, mitunter aber auch weniger (1—Va Beshlik). (1 Beshlik ca. 45 Pig.) Die Lehrer, die privat Unterricht erteilen, können im Allgemeinen sich gut ernähren, insbesondere wenn sie fremde Sprachen lehren können, es wird in diesem Falle für eine Stunde 40 Frcs. monatlich bezahlt, sonst aber in der Regel 20 — 30 Frcs. Als Rabbiner, Prediger, Kantoren, Schächter, Thora-Schreiber u. dergl. finden 45 Personen Erwerb. Von den Almosenempfängern sind 17 Männer und 9 Frauen; 12 im Alter von 35—60 Jahren und 14 über 60 Jahre. Hervorzuheben ist, dass unter den Almosenempfängern kein einziger Aschkenasi sich befindet, obwohl die aschkenasische Gemeinde mehr Mitglieder zählt als alle übrigen in Jaffa. GESCHICHTE PALÄSTINAS SEIT BAR=KOCHBA. Von Dr. Bruno Tannenwald-Hamburg. Nachdem durch den unglücklichen Ausgang des Bar- Kochba-Aufstandes (132 — 135 nach der gewöhnlichen Zeitrechnung) der letzte Rest des jüdischen Staates zerstört und Palästina ganz unter die Herrschaft der Römer gekommen war, wurde Jerusalem unter dem Namen Aelia Capitolina eine römische Kolonie, zu der den Juden sogar der Zutritt versagt war. Das jüdische Volk zerstreute sich in alle Weltgegenden und schuf sich dort neue Kulturstätten. In der römischen Provinz Palästina griff immer mehr die neue Religion, das Christentum, um sich und wurde unter dem römischen Kaiser Konstantin dem Grossen (323—336) zur Staatsreligion des römischen Reiches erklärt (325 Concil zu Nicaea). Die christlichen Gemeinden hatten sich allmählich ganz vom Judentum getrennt und schon begonnen, den Juden feindlich gegenüber zu treten. Die nach der Niederwerfung des Bar-Kochba-Aufstandes im Lande gebliebenen Juden hatten die Vergeblichkeit jeder Erhebung gegen die römische Weltmacht eingesehen und sahen es als ihre Hauptaufgabe an, das Gottesgesetz zu erhalten und die mündliche Überlieferung vor Vergessenheit zu bewahren. Der Erfolg dieser Bestrebungen war der in Palästina entstandene sogenannte Talmund Jerusch'almi. Nach Konstanstins Thron*