Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- El-Arisch
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 225 — Kaufleute sind wohl die ersten gewesen, die ihre Kamele über das grüne Weideland hinaus durch die ungastliche Wüste nach den reichen Fluren des Nil haben ziehen lassen. Ihren Spuren sind dann unzählbare Krieger unter der Führung der berühmtesten Eroberer des Erdkreises gefolgt. Aegyptische Pharaonen, assyrische Könige, griechische und römische Feldherren, Muslimen und Kreuzfahrer, zuletzt Napoleon Bonaparte, haben ihre auserlesensten Truppen auf dieser Strasse von einem Weltteil zum anderen geführt. Als die Grenze zwischen Asien und Afrika betrachtet man den Wadi-el-Arisch, den „Bach Aegyptens", wie die Bibel sagt. Von ihm bis zum Nil hat man 9 Tage lang ein besonders ödes und trauriges Wüstenstück zu durchwandern. Die andere, das asiatische Gebiet durchschneidende Strecke des Weges ist nicht in gleichem Masse verlassen. Am Meeresufer erhebt sich hin und wieder ein Dorf, das von Palmen- und Oelbaumgruppen umgeben ist. Zuerst erfreut nur ein spärliches Grün zwischen dem gelbbraunen Sande das Auge des Wanderers, östlich aber vom Dorfe Der el-Belah verschwindet die Wüste. Es beginnen nun die bis Gaza sich ausdehnenden Weideflächen, auf denen das Alte Testament die Erzväter Abraham, Isaak und Jakob mit ihren Herden weilen lässt." Wer möchte nicht bei dieser Schilderung fragen: „Ist das ein Bild der Wüste?" und zugleich dem Wunsche Ausdruck geben: Möge es den Nachkommen der Erzväter vergönnt sein, diese Wüste, wenn sie heute noch eine ist, wieder in ein lachendes Gefilde zu verwandeln, in dem einst ihre Söhne ewig weilen!