Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- El-Arisch
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 8)
- Language
- German
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— 219 — Hinterland), wovon zumindest 300—500 qkm als im angedeuteten Sinne kulturfähig in Frage kommen. Selbst dieses beschränkte Territorium könnte sehr wohl, ohne biblische Bevölkerungsdichte zum Massstabe nehmen zu wollen, einer ländlichen Bevölkerung von 20 000—25 000 Einwohnern Raum und Nahrung gewähren, indessen El-Arisch bei Errichtung der Eisenbahn unbegrenzte Möglichkeiten der Entwickelung für eine rein städtische Bevölkerung böte. Erwägt man dies alles, so rechtfertigt sich wohl die Anregung, die östliche Seite von El-Arisch noch näher zu studieren, denn es scheint, dass die Expedition des Aktions-Komitees, ähnlich wie Trietsch selbst, die Aufmerksamkeit hauptsächlich der westlichen Seite zugewandt hat, und diese bietet keine günstigen Aussichten, so viel ist wohl klargestellt.*) Wesentlich besser scheint die Ostseite bedacht zu sein; und sollte der Bau einer Eisenbahn über El-Arisch einst zu den Tatsachen gehören, so würde die Stadt am Bache Aegyptens ein Knotenpunkt für den Handel Russlands, Kleinasiens, Syriens, Palästinas und Persiens einerseits , mit Aegypten, Ostafrika und dem Kaplande andererseits sein, wie sie nicht minder ein Schlüsselpunkt für den Zugang nach Westen wie nach Osten wäre, was sie in vergangenen Tagen gewesen und auch noch in jüngster Zeit unter Napoleon Bonaparte war. Und zu den Unmöglichkeiten zählt das Unwahrscheinliche heute nicht mehr! Wie lange noch, und die Kap:Kairo-Bahn wird eine vollendete Tatsache sein, wie sie heute eine halbvollendete ist und gestern eine gedachte war. Läge die Möglichkeit vor, Juden in dem ägyptischen Teile Palästinas anzusiedeln, so wäre damit nicht nur dieser an sich schon nicht geringfügige Vorteil verbunden, sondern von selbst auch jener weitere, dass hier ein Stützpunkt für das Vordringen der jüdischen Besiedelung nach dem eigentlichen Palästina selbst gegeben wäre; Gaza z. B. fiele in die Interessensphäre einer solchen Besiedelung. *) Anmerkung der Redaktion (s. frühere Fussnoten). Dem Autor dieses Artikels dürfte in dieser Hinsicht ein Miss Verständnis untergelaufen sein, das erklärlich ist durch die Dürftigkeit des früher verfügbaren Materials über den westlichen Teil. — Aber auch, dass dieser „keine günstigen Aussichten biete" scheint uns nicht so zweifelsohne, wenn wir auch den östlichen Teil für den besseren und — zionistisch — für den weitaus wichtigeren halten. In letzterer Hinsicht könnte ja die pelusinische Ebene (selbst wenn man ein Paradies aus ihr gemacht haben würde) gar nicht ohne den östlichen Teil und die damit gegebene Landverbindung nach Palästina zu in Betracht kommen. Wirtschaftliche Möglichkeiten dürfte die pelusinische Ebene in jedem Falle bieten.