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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 218

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
El-Arisch
Date
1903-01-01
Page
Seite 218 (sequence 7)
Language
German
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— 218 — Erwägt man weiter, dass in El-Arisch Trinkwasser vorhanden ist oder doch, nach Analogie von Gaza, Jaffa und anderen Küstenorten ähnlichen Charakters, überall in dem durch reichliche Regen benetzten Sandboden mittels Brunnen zu erschliessen sein dürfte, welche bis auf die wasserführende Lehmschicht hinabreichen; dass gerade hier, wo die Flachküste schon eine taugliche Bucht bietet, ihr vielleicht auch durch Verbesserungen ein brauchbarer Hafen abzugewinnen sein wird; dass, wie Major Rycroft sagt: „wenn eine Eisenbahn durch die Wüste je notwendig sein sollte, der beste Weg dicht am Meere entlang sein würde", also durch El-Arisch, und dass die Engländer mit dem Projekte einer solchen Bahn sich ernstlich zu tragen scheinen, wofür unverkennbare Anzeichen nicht nur der hier angezogene Reisebericht des englischen Majors sowie ein umfassender, mit Kartenskizze belegter Aufsatz in der angesehenen englischen Fachzeitschrift Engineering, sondern mehr noch die Entwickelung der politischen Verhältnisse in Persien sind, das Vordringen Russlands von Norden her, das Festsetzen Englands in Kuweit am persischen Golfe und sein Wunsch einer direkten Ueberland- Verbindung nach Indien, so folgt daraus, dass in absehbarer Zeit El-Arisch wohl befähigt wäre, auch einer grösseren städtischen Bevölkerung Raum zu bieten, deren Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten weit über das Mass dessen hinausgehen könnten, was eine kleine Gemeinde von Ackerbürgern beansprucht. Wirft man ferner einen Blick auf die Palästinakarte des Palestine- Exploration-Fund, so findet man, dass von Gaza eine ununterbrochene Kette von Ansiedlungs-Resten sowohl, als auch von Besiedelungs- Ansätzen über Refah hinaus bis fast nach El-Arisch reicht. Brunnen, Quellen, fliessendes Wasser, Weideland, Palmenhaine etc., bestehende Ansiedelungen, Hügel und Ruinen lassen in nicht minderem Maasse auf eine Besiedelungsmöglichkeit für das Territorium zwischen El-Arisch und Refah schliessen als wie etwa für das Gaza des heutigen Tages oder die Ebene Sephela vor 50 Jahren —und doch iühlt man in Gaza*) heute schon die Möglichkeit des Aufschwunges, und für die Ebene Sephela lässt sie sich nicht mehr leugnen. Bei Aegyptisch-Palästina handelt es sich um ein Territorium von im ganzen 1000 qkm (ohne Hinzurechnung von irgendwelchem *) Gaza ist in den letzten 60 Jahren von 2000 auf 36 000 Einwohner gestiegen und hat heute schon ein Drittel des gesamten Imports und Exports von Palästina.

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