Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Das jüdische Kolonisations-Programm
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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— 208 — Grundlagen zu verdanken hat, so muss man der J. CA. das nicht geringere Verdienst zuerkennen, dass sie dieses Werk erhalten, vor dem Untergange bewahrt, saniert und dem Erfolge entgegengeführt hat. In der Tat, wir können uns darüber nicht täuschen: hätte in dieser Epoche, wo das Einwanderungsverbot die Entwicklung der Kolonisation lähmte, und wo der Zionismus Mittel und Menschen der Kolonisation für eine Zeitlang entzog, die J. C. A. nicht mit ihrem Kapital und mit ihrer vernünftigen Arbeit eingegriffen, so wären die palästinensischen Kolonien zugrunde gegangen. Dass sie daneben auch in Amerika kolonisiert hat, kann man ihr heute, wo. der Zionismus selbst in Afrika kolonisieren will, nicht mehr ernstlich zum Vorwurfe machen. Unsere. Pflicht aber ist es in diesem Augenblick, wo wir das Werk der Palästinakolonisation dank der bisherigen Tätigkeit Baron Rotschilds und der J. C. A. unter glücklicheren Auspizien wieder aufzunehmen hoffen, ihre grossen historischen Verdienste um das Palästinawerk voll und ganz anzuerkennen. Mit dieser Anerkennung jedoch muss sich der-Wunsch verbinden, dass das Rotschild-Komitee und die J. C. A. sich der Einsicht von der Notwendigkeit und der eminenten Nützlichkeit einer fortlaufenden Verständigung mit allen anderen in Palästina arbeitenden Körperschaften., nicht nur mit den Kolonisationsvereinen also, sondern auch mit den Alliancen, mit dem Deutschen Hilfsverein, mit der zionistischen Organisation, mit dem Bnei-Brith-Orden und mit der religiösen Wohltätigkeitsorganisation, nicht verschliessen. Nicht an ihre finanzielle Förderung wird hierbei appelliert, denn alle genannten Institutionen sind selbst mehr oder minder kapitalkräftig. Einzig und allein die Konzentrierung aller Kräfte zur rascheren und erfolgreicheren Durchführung des Erforschungswerkes zunächst und hierauf des Ansiedelungswerkes auf Grund eines gemeinsamen Planes soll den Zweck der Verständigung bilden, welche die Selbständigkeit 'der beratenden Körperschaften auch nicht um ein Haar vermindern soll. Als glücklicher Anfang zu einer Vereinbarung, welche ein derartiges dauernd gemeinsames Vorgehen ermöglichen soll, ist die jüngst von Ussischkin auf dem Palästinakongress durchgeführte Organisation zu begrüssen. Hoffen wir, dass es gelingen wird, dieses palästinensische Komitee mit einer analogen europäischen Föderation zu verbinden., 11. Damit schliesst das neue Programm des Kolonisationswerkes, welches in folgenden Leitsätzen kurz zusammengefasst werden kann:' L Das Werk der Neubes.iedelu.ng Palästinas durch Juden ist unentwegt und mit erhöhter Energie fortzuführen;