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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 173

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Das jüdische Kolonisations-Programm
Date
1903-01-01
Page
Seite 173 (sequence 3)
Language
German
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— 173 — sondern auch die übrigen für eine jüdische Kolonisation in Betracht kommenden Länder zu studieren hätte; eine Art obersten Tribunals in Ansiedelungsfragen, welchem dieselbe Selbständigkeit und Unabhängigkeit von der politischen Leitung gesichert sein müsste, wie sie die Justiz geniesst. Eine derartige Behörde besitzt z. B. Spanien in seiner Geographischen Gesellschaft; weit entfernt, der Politik dienstbar zu sein, ist diese Instanz die eigentliche Leiterin der spanischen Kolonialpolitik. Diese Stellung können wir der neueingesetzten zionistischen Pa1 ästinakommission — bei aller Hochschätzung für die Mitglieder derselben — kaum zuerkennen. Da andererseits das Q-änzlich unabhängige o o o in Berlin bestehende „Komitee zur Erforschung Palästinas" mangels entsprechender finanzieller Mittel bis jetzt kein genügendes Material sammeln konnte, so können wir uns zurzeit von keiner berufenen Körperschaft Rat holen. Angesichts dessen wird es zur Pflicht der Individuen, die sich mit den erwähnten Problemen eingehender und auf wissenschaftlicher Grundlage befasst haben, in diesem entscheidenden Augenblick das Wort zu ergreiten und die Sachlage nach bestem Wissen und Gewissen zu beleuchten. II. Palästina und die rechtliche Kolonisation. I. Der politische Zionismus glaubt Palästina zurückzustellen und — vorläufig— einen jüdischen Staat in einem anderen Erdteil gründen zu müssen, weil er in Palästina nicht sofort Autonomie und die Erlaubnis zur Ansiedelung grosser Massen auf einem zusammenhängenden Gebiete erlangen kann. Wohl aber kann er von der türkischen Regierung etwas anderes erlangen. Der Präsident des A. C. hat in der Eröünungsrede des 6. Kongresses und auch im Laufe der Beratungen erklärt, dass der Sultan geneigt wäre, die Erlaubnis zur Ansiedelung von Juden auf nicht zusammenhängendem Gebiete, also nicht nur in Palästina, sondern auch in anderen Teilen der Türkei, zu erteilen. Man kann also die Aufhebung des Einwanderungsverbotes in Palästina erlangen und nicht nur in Palästina, sondern auch in seinen türkischen Nebenländern, wie Syrien und Anatolien, das bisherige Kolonisationswerk energisch fortführen. Man kann den ganzen käuflichen Boden Palästinas in jüdische Hände bringen. Man kann endlich in den englischen Nebenländern Palästinas, Cypern und Aegypten, zahlreiche und entwickelungsfähige jüdische Ansiedelungen auf mehr oder minder autonomer Grundlage ins Leben rufen.

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