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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Aus Kleinasien und Syrien
Date
1903-01-01
Page
Seite 168 (sequence 9)
Language
German
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— 168 — bedeutsamsten Punkt des ganzen von den Aegyptern eroberten Gebietes besetzt und ihn durch Festungsbauten uneinnehmbar gemacht. Die Schiffe, welche "Waffen, Munition und Proviant für die in Kilikien stehenden ägyptischen Truppen brachten, gingen vor Kasanly, der Landungsstelle von Tarsus, vor Anker, um hier ihre Ladung zu löschen. Bei schlechtem "Wetter erwies sich dieser Liegeplatz jedoch als ganz ungeeignet, die Anker schleppten in dem wenig haltbaren Grunde und die Schiffe gerieten manchmal in grosse Gefahr. Eine wesentlich günstigere und sichere Landungsstelle fand sich 'etwa 10 km weiter westlich im Schutz des antiken Zephyrium Promontorium nahe der Mündung des Deli-Su an der ganz unbewohnten, von dichter Buschvegetation bedeckten Küste, die dann in der Folgezeit von allen ägyptischen Regierungsfahrzeugen angelaufen wurde. Ein unternehmungslustiger Grieche aus Syra, Namens Mavrommati, errichtete inmitten der Buschwildnis in einer Bretterhütte einen kleinen Kramladen und legte damit den Grundstein zur heutigen Stadt und zu einem nach Millionen zählenden Vermögen. Ich hatte die Freude, den Begründer Mersinas, eine ehrwürdige Patriarchengestalt, noch in voller Rüstigkeit inmitten einer zahlreichen Familie, der auch der deutsche Konsul Herr X. Christmann angehört, anzutreffen. Die junge Niederlassung erhielt bald durch den Zuzug anderer Griechen von Syra und Cypern wie auch von Tarsus Verstärkung und wurde schliesslich zum ständigen Landungsplatz aller für Tarsus und Adana bestimmten Handelswaren; die Ortschaft dehnte sich allmählich längs dem Strande aus, und auch die umliegende Ebene wurde in Kultur genommen. Heute ist Mersina, das seinen Namen von dem dort zahlreich vorkommenden Myrtengebüsch herleitet, zu einem ganz ansehnlichen Orte von etwa 12 000 Einwohnern angewachsen, dessen Handelsgebiet nicht nur das Wilayet Adana umfasst, sondern sich tiet in das Binnenland bis nach Konia und Kaisarie erstreckt. Der Handelsverkehr Mersinas beziffert sich nach zehnjährigem Durchschnitt auf rund 23 Millionen Mark; davon entfallen 9 Millionen Mark auf die Einfuhr und 14 Millionen Mark auf die Ausfuhr. Die wichtigsten Einfuhrartikel waren, (Wert in 1000 Mark) im Jahre 1899: Baumwollwaren (1727), Zucker (473), Eisen und Eisenwaren (840), landwirtschaftliche und andere Maschinen (354), Tabak (324), Leder (254), Kaffee (220), Reis (210), Säcke und Jute (207), Pfeffer und Gewürze (194), Seife (186). An der Einfuhr waren in der Hauptsache beteiligt: England mit '31 %, Türkei mit 28 %, Oesterreich- Ungarn mit 9 %> Frankreich mit 6 %> Deutschland und Amerika mit je 5%.

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