Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Aus Kleinasien und Syrien
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 167 - jetzt als „Festung" angesehen und seine Tore bei Sonnenuntergang geschlossen; merkwürdigerweise ist auch den Christen das Wohnen in der eigentlichen Festungsstadt verboten. Die Stadt besitzt zwei Häfen, die von den Rittern erbaut sind, aber nur Segelschiffen und den kleineren Küstendampfern Aufnahme gewähren, während die grossen Postdampfer draussen auf wenig geschützter Reede vor Anker gehen müssen. Der sogenannte Galeerenhafen im Norden wird nach Osten durch einen 460 m langen, nach Norden verlaufenden Molo abgeschlossen, der an seiner Spitze das alte Fort Sankt Elmo trägt; an seiner Westseite lag die jetzt aufgehobene kaiserliche Schiffswerft. Der geräumigere Südhafen (Liman) wird durch einen 91 m langen Molo mit dem Fort Sankt Nikolaus gebildet und noch jetzt von kleineren Fahrzeugen benützt; die Tiefe des Binnenbeckens wechselt zwischen 3 und 6,7 m. Der Hafen ist leider den im Winter herrschenden Nord- und Südostwinden ziemlich frei ausgesetzt. Ausser den Dampfern des „Oesterreichischen Lloyd" (wöchentlich) und der „Massageries Maritimes" (monatlich) laufen die Boote der smyrniotischen Reedereien „Hadji Daud Farkuh", „P. Pantaleon & Co." und der „Hamidieh-Gesellschaft" in häufigen Fahrten regelmässig an. Die im Altertum und Mittelalter verkehrsreiche Bucht von Lindos an der Ostküste der Insel hat in der Gegenwart alle Bedeutung verloren, nachdem die Hauptstadt Rhodos den gesamten Handel der Insel an sich gezogen hat. III. MERSINA. Die Eingangspforte zu dem wichtigsten und fruchtbarsten Gebiete an Kleinasiens Südküste, der altberühmten kilikischen Ebene, bildet Mersina, gleich Adalia am äussersten Westrande der Niederung gelegen. Der Hafenplatz ist ganz jugendlicher Entstehung, denn seine Gründung liegt kaum 70 Jahre zurück, obwohl sich hier im Altertum bereits die Ansiedelung Zephyrium befunden hatte. Im Jahre 1832 war Ibrahim Pascha, der geniale Feldherr des Chediw Muhammed Ali, mit seinem siegreichen Heere bis nach Kleinasien vorgedrungen und hatte vor allem den Uebergang über den Taurus in den kilikischen Toren, den