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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Einiges über Bienenzucht
Date
1903-01-01
Page
Seite 147 (sequence 2)
Language
German
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- 147 — leisten. Schon im Altertum wurden Honig und Wachs als kostbare Produkte geschätzt, und die Bibel bezeichnet, um die Fruchtbarkeit des verheissenen Landes zu kennzeichnen, es als ein solches, in dem Milch und Honig fliesst. Was durch die Bienenzucht gewonnen wird, ist in der Tat reiner Gewinn, •denn nicht wie anderen Tieren braucht den Bienen die Nahrung angebaut und zugeführt zu werden. Sie suchen sich dieselbe oft meilenweit entfernt selbst ■auf und stiften dabei noch den ausserordentlichen Nutzen, dass sie eine vollkommenere Befruchtung der blühenden Gewächse, und dadurch einen reichlicheren Frucht- und Körneransatz bewirken. Die Behauptung, die Bienenzucht passe nur für wenig angebaute Gegenden, und gebe dort, wo der Ackerbau .auf sehr hoher Stufe stehe, keinen lohnenden Ertrag, ist durchaus, wie jedes nur einigermassen günstige Jahr beweist, in dem durch hohen Ertrag der Preis des Honigs herabgedrückt wird, irrig. Durch die hohe Ackerkultur wird allerdings auf der einen Seite die Weide geschmälert, auf der .anderen aber durch honigende Gewächse, als Raps, Klee, Buchweizen, Bohnen, Wicken, Tabak u. s. w., reichlich wieder aufgewogen und ersetzt. Aber auch der moralische Nutzen, den die Bienenzucht gewährt,, ist nicht zu unterschätzen. Der wahre Bienenfreund, der das edle Vergnügen, das die Bienenzucht in hohem Masse gewährt, gekostet hat, wird gewiss jede freie Stunde bei seinen Lieblingen zubringen. Er wird dadurch von vielen anderen kostspieligen Vergnügungen abgehalten. Die eingehende Betrachtung des unermüdlichen Fleisses, der Ordnungsliebe, Anhänglichkeit der Bienen an ihre Königin, Arbeitsteilung und vieles andere wird ihm auch, wenn in honigarmen Jahren der materielle Ertrag ausbleiben sollte, hohen geistigen Gewinn eintragen. Hier zeigt sich ihm deutlich, was vereinte Kräfte, was genossenschaftlicher Betrieb, wenn hier der Vergleich angewendet werden darf, vermag. Hier ist die Divise: Einer für alle, alle für einen! zum deutlichen Ausdruck gebracht. Die früher verkannte und vernachlässigte Bienenzucht hat sich in neuerer Zeit grösserer Beachtung und Aufmerksamkeit zu erfreuen. Die Einsicht, welch hohen Nutzen sowohl direkt als indirekt dieser Zweig der Landwirtschaft gewährt, hat mit der immer weiter sich verbreitenden Kenntnis von Theorie und Praxis Bahn gebrochen. Staatsbehörden, landwirtschaftliche und die in grosser Zahl entstandenen Bienenzucht-Vereine sind eifrig bestrebt, diese Zucht zu fördern und ihr die Bedeutung zu verschaffen, die ihr in so hohem Masse zusteht. Wer aber von einer Tierart Nutzen zu ziehen gedenkt und sie züchten will, hat sich eine genaue Kenntnis ihrer Natur, der Bedingungen ihres Gedeihens, ihrer verschiedenen Triebe und Neigungen zu verschaffen. Gerade bei der Bienenzucht hat Theorie und Praxis Hand in Hand zu gehen, wenn sie zum Nutzen ausschlagen soll. Die Natur der Bienen ist eine sehr zarte, ihr Haushalt ein wunderbar künstlicher. Die genaue Kenntnis dieses Haushaltes, -der Lebensbedingungen und der Natur der Bienen ist zum Betriebe unerlässlieh. Nur wer sich diese verschafft hat, vermag überall da fördernd einzugreifen, wo etwaige Störungen sich einstellen sollten, und oft ist mit einer Kleinigkeit ausserordentlich viel getan. Werfen wir daher einen kurzen Einblick in dies erhabene Wunder der .Natur, soweit dies in dem kleinen Rahmen eines Artikels möglich ist. Die 3*

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