Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Ein Krieg gegen Heuschrecken
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 1× ep/1048155
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— 145 — Seitdem wird noch jährlich eine kleine Summe ausgeworfen, um das Wiedererscheinen der Plage zu verhindern; und man kann heute noch in Cypern zum Beginn des Frühjahrs sehen, wie die Bauern die Insekten wegfangen. Sie bedienen sich dazu eines Gerätes, das von der Regierung gestellt wird und wohl am besten beschrieben wird als ein richtiger Schmetterlingsfänger mit einer etwa metergrossen Mundöffnung. An dem dütenartigen Ende dieses Netzes ist noch ein kleiner Sack angebracht, in dem sich die Tiere fangen, und aus dem sie nicht mehr herauskönnen. Natürlich ist das ganze von dichtem, festem Stoff; und die Mundöffnung hat einen Rahmen. Die meisten der obigen Daten sind einem Bericht entnommen, den einer der ersten englischen Beamten Cyperns, T. E. Mavrogordato, vor dem Royal Colonial Institute in London über die Insel und ihre Hilfsquellen abgab. Das Kapitel dieses Berichtes, das uns hier interessiert, schliesst mit, den Worten: „Cypern ist in der ganzen Welt das einzige Beispiel einer erfolgreichen Heuschrecken-Kampagne, und die verursachten Kosten sind unbedeutend im Vergleich zu dem Schaden, der sonst angerichtet worden wäre." Wir können hinzufügen, dass diese Methode seither auch in anderen Ländern, speziell in Tunis und Algier, angewendet worden ist, wo man die oben beschriebene Vorrichtung mit „Machine Chypriote" bezeichnet. Die Erfolge sind überall recht gute gewesen, doch ist eine vollständige Ausrottung der Plage nirgends so gut als auf einer Insel möglich, und besonders werden die asiatischen und afrikanischen Küstenländer des Mittelmeeres dadurch einen schweren Stand haben, dass sie an die endlose Wüste grenzen. Da kann nur ein grosser Aufschwung dieser Länder und besonders eine dichtere Bevölkerung und rationeile Regierung helfen. Immerhin bietet das cyprische System auch unter den heutigen Umständen schon grosse Vorteile. Zum Schluss sei noch auf das Schicksal Matteis, des Erfinders, hingewiesen. Er war ein reicher Grundbesitzer gewesen, der mehrere Güter auf Cypern besass. Als erfinderischer Kopf hatte er aber stets Pläne vor, in deren Verfolgung er seinen landwirtschaftlichen Beruf vernachlässigte. So kam es, dass er seinen Besitz verlor und schliesslich vor Not nur durch eine Jahrespension geschützt wurde, die ihm die englische Regierung für seine grossen Verdienste bewilligt hatte. H. A. D. 3