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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 109

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Jüdische Emigration und Kolonisation [Nachricht]
Date
1903-01-01
Page
Seite 109 (sequence 2)
Language
German
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— 109 — wurde eine grössere Anzahl Genossenschaftsanteile ä 100 M. (die evtl. auch in Raten ä 2 M. monatlich eingezahlt werden können) gezeichnet. # Baumwolle auf Cypern. Seit Jahrhunderten war Cypern als ein Baumwollengebiet von grosser Bedeutung bekannt. Der italienische Reisende Mariti erzählt, dass im 16. Jahrhundert, unter der Herrschaft von Venedig, die Insel jährlich 30 000 Ballen, d. i. 6 600 000 lbs. Baumwolle ausführte. In einer uns viel näher gelegenen Epoche war schon die Ausfuhr bedeutend geringer geworden. Aber trotz der Entvölkerung und Verarmung des Landes unter türkischem Joche, erreichte sie doch beachtenswerte Dimensionen: 1865 war sie 1 800 000 lbs., 1866 2 061 000 lbs., 1871 nur 1 120000 lbs. Seit der englischen Okkupation verringerte sich noch die Produktion. Sie war im Durchschnitt der ersten 12 Jahre der Okkupation 854 000 lbs. und im Durchschnitt der letzten 11 Jahre 550 000 lbs. per Jahr. Diese erhebliche Verminderung der Produktion hatte drei Ursachen: die Heuschrecken, die Seltenheit von Wasser und der Mangel an gutem Samen. Dank dem energischen Eintreten der Regierung, die keine Ausgaben scheute, gibt es sozusagen keine Heuschrecken mehr auf Cypern. In den letzten zwei Jahren wurden grosse Flächen durch Irrigationswerke (Staudämme) anbaufähig gemacht. Man leidet nur noch unter dem Mangel an Samen guter Qualität. Versuche haben gezeigt, dass amerikanische Saat auf bewässertem Boden bessere Ergebnisse liefert, als die auf Cypern heimische, d. h. sie liefert mehr Baumwolle und von besserer Qualität. Somit dürfte die Baumwolle auf Cj^pern grössere Bedeutung erlangen. * Sonnenblumen als Vorbeugemittel gegen Malaria. In einem Artikel von Ed. Gould im „Goldfield News and Barberton Herald" werden folgende interessante, einer Bestätigung erfordernde Beobachtungen über die Wirkung der Sonnenblumen als Vorbeugemittel gegen das Fieber mitgeteilt. Im Jahre 1886 wohnte der Verf. in Delagoa-Bay. Er pflanzte um sein Haus, darauf durch eine früher gelesene Notiz aufmerksam gemacht, eine doppelte Reihe von Sonnenblumen, ebenso wie in allen Ecken und Winkeln des Hofes. Das Resultat war, dass sowohl er wie seine Familie während der ganzen Saison dem Uebel entgingen. Ein Einwohner von De Kaap- Valley, der mehrere Jahre in der Mississippi- Niederung im Süden der Vereinigten Staaten lebte, erzählte dem Verf. ausserdem, dass die Kultur der Sonnenblume von unzweifelhaftem Nutzen in den Malariagegenden des südlichen und nördlichen Amerikas wäre. „Früher war die Niederung von Mississippi in bezug auf gelbes Fieber die ungesündeste Gegend unter allen Niederungen der südlichen Staaten. Die Leute litten einen Tag um den andern an Fieber und sättigten sich mit Chinin. Die Bewohner der Ufer waren durch ihr niedergeschlagenes, abgemagertes Aussehen bekannt, welches noch charakteristischer war als dasjenige der Kranken, die man in Delagoa-Bay antrifft, sogar in der schlechtesten Saison. Zu gewissen Zeiten des Jahres überflutet der Mississippi die Ufer und hinterlässt Massen von schwarzer Erde, die Miasmen ausdünstet, längs der Ufer. Alle weiden nun am gelben Fieber krank. Man wusste kein Mittel dagegen. Schliesslich ordnete man durch ein Gesetz die Kultur der Sonnenblume an, und das Ergebnis war, dass das Fieber allmählich verschwand. Diese Plage existiert jetzt nur noch in der Erinnerung." (!?) (Bull, de la Soc. Et. Colon. No.5, 1903.) Die Wiedererweckung von Chaldäa ist im Anschluss an den grossen Plan der Bagdadbahn, die Mesopotamien durchqueren würde, eine Frage, die angesichts der reichen Bodenerzeugnisse jenes Landes von grösster Bedeutung zu werden verspricht. Ebenso wie in Aegypten hat auch in Chaldäa im Altertum bereits ein wohlangelegtes Netz von Bewässerungskanälen bestanden, und man zweifelt nicht daran, dass seine Eineuerung längs der Eisenbahn ein Land von g-leicher Fruchtbarkeit wie Aegypten erstehen lassen würde, dessen Renten sowohl die Eisenbahn wie die Bewässerungsarbeiten bezahlen und noch einen Ueberschuss lassen würde. Bagdad liegt etwa 800 Kilometer vom Meere entfernt. Von der Stadt bis zum Persischen Meerbusen erstreckt sich ein fast völlig wüstes Land, das früher einer der fruchtbarsten und volkreichsten Bezirke der Welt gewesen ist. Opis, an den Ufern des Tigris, etwa an derselben Stelle des mesopotamischen Deltas gelegen wie Kairo am Nildelta, war einer der wohlhabendsten Märkte des Orients, und dort strömten die grossen Kanäle zusammen, die das Delta bewässerten. Das ganze Gebiet mit einem Flächenraum von 12 000 Quadratkilometern ernährte, wie aus den verbliebenen Ruinen, geschlossen werden kann, eine Bevölkerung, wie sie kein gleich grosser Fleck auf der Erdkugel aufzuweisen hatte. Als dann aber im späteren Mittelalter die Bewässerungskanäle vernachlässigt wurden, verliess der Hauptstrom des Tigris sein Bett, der alte

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