Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Rentabilität intensiver Kulturen
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 3)
- Language
- German
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— 90 — Mohrrüben. Man erntet pro 0,25 ha bis zu 350 Ztr. und mehr. Der Zentner wird mit durchschnittlich 1 M. bezahlt. Die Mohrrübenkultur zählt mit zu den einträglichsten Gemüsekulturen, ebenso wie Gurken, Sellerie und verschiedene andere. Die Anlagekosten für Spargel sind zwar ziemlich hohe, doch muss in Betracht gezogen werden, dass eine gut gepflegte Spargelanlage 15—20 Jahre Ernten giebt und sehr hohe Erträge liefert; andererseits aber leichtester Boden hierzu verwendbar ist. Trotz der alljährlich erweiterten Anlagen ist an ein Ueberproduktion dieses beliebten Gemüses nicht zu denken, vielmehr nimmt der Konsum mit der steigenden Verbilligung immer grössere Dimensionen an. Die Braunschweiger Konservenfabriken zahlten in diesem Jahre folgende Preise für Gemüse: Spargel, I. Qualität....... 45 M. pro Zentner » II- .«5 •...... 32 „ „ „ . HL „ ....... 15 „ „ Erbsen........8,50, 9 und 10 „ Bohnen (Buschbohnen) ...... 4 „ „ „ Stangenbohnen (Wachs und Butter) . . 9 „ Stangen-(Perl)-Bohnen...... 10 „ „ „ Spinat............ 5 „ Braunkohl........... 15 „ „ „ Eine weitere vorzügliche Erwerbsmöglichkeit bietet ferner die Kultur von Beeren-Obst, die namentlich in Deutschland noch sehr im argen liegt. Man ist noch immer der irrigen Meinung, dass Obstbau unrentabel sei. In richtiger Weise unter Anwendung neuester Methoden betrieben, und mit Sorten, die der Lage sowie Klima, Boden etc. angepasst sind, ergiebt Obstbau sehr hohe Renten. Vorzugsweise ist dies beim Beerenobst der Fall, bei dem fast jedes Jahr auf eine reichliche Ernte zu rechnen ist. Hierzu kommt noch, dass alles Obst mit zu den besten •Nahrungsmitteln gehört, was leider von den unteren Ständen noch immer nicht in der Weise anerkannt wird, als dies wünschenswert wäre. Für den Winter zu Gelee, Marmelade etc. eingekocht, ist der Konsum in kolossaler Weise noch ausdehnungsfähig. Bei reichlicherer Produktion würde sich der Preis auch so verbilligen, dass Obst in' weit höherem Maasse Volksnahrungsmittel würde, ein höchst erstrebenswertes Ziel. Eine eigentümliche Erscheinung ist es auch, dass einige vorzügliche Gemüse- und Obstarten noch so wenig bekannt sind, dass sie bei uns erst vollständig neu eingeführt werden müssen, während dieselben in anderen Ländern in grossem Massstabe konsumiert werden. Ich möchte nur auf Rhabarber und Tomaten verweisen, die meist nur in grösseren Städten bekannt sind, während Brombeeren, die in Amerika in ungeheuren Mengen angebaut und konsumiert werden, bei uns fast nicht zu finden sind.