Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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^— 76 - Den Auswanderern, denen weniger Mittel zur Verfügung stehen (etwa 800—1000 M.), bieten sich in Rio Grande do Sul Aussichten, Privatländereien zu erwerben. Leute, denen nach Bezahlung der Ueberfahrt nur noch wenig Kapital, etwa 100 M., übrig bleibt, können sich auf Regierungsland in Rio Grande do Sul ansiedeln. Die Regierung gibt an Kolonisten meist gutes Land für etwa 300 M. per 25 ha (100 Morgen) ab. Dies ist der allgemein, auch von den Privatverkäufern angenommene Umfang der Kolonisten-Grundstücke. Ein solches Grundstück kann von dem Ansiedler unter Mithilfe seiner Familie in Kultur gebracht werden, ernährt ihn und gewährt im Laufe der Jahre UeberSchüsse. Der Kaufpreis wird von der Regierung aul 5 Jahre kreditiert, und ein fleissiger, sparsamer Kolonist ist sehr wohl imstande, diese Schuld zum bestimmten Termin abzutragen. ... Man sieht also — besonders an diesem letzten Beispiel —, wie wenig der Landpreis (hier 12 M. per Hektar) bei Beurteilung eines Kolonisations-Unternehmens in „neuen Ländern" massgebend ist. Ich könnte die Liste der Beispiele noch bis ins Endlose verlängern, glaube aber an dieser Stelle genug gesagt zu haben, um dem Leser plausibel zu machen, dass das Projekt der „Jüdischen Orient- Kolonisations-Gesellschaft" alles andere als eine Utopie ist. Zu näheren Auskünften wird die Geschäftsstelle der Gesellschaft (Berlin, Grossbeerenstr. 75) sich stets gern bereit finden.