Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Der Prospekt der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379793-2379795-2380699--00513-2380806- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 58 — 200 Bäume per Hektar angenommen sind, also ein Ertrag von 1600 Mark jährlich. Da bei unserer Annahme von nur 100 Bäumen per Hektar dieselben doppelt soviel Platz haben und entsprechend mehr Nahrung finden, so ist unsere Berechnung gewiss eine sehr massige. Uebrigens ist 5 Mark per Baum ein Ertrag, den viele Obstbäume (wie Apfel-, Birnetc. Bäume) überall erreichen. Angaben über Rentabilität von Olivenpflanzungen, die weit über die obigen hinausgehen, wurden von einem der besten Fachleute der Ica, M. Bergmann, dem Administrator von Margo Chiftlik, Cypern, aufgestellt und von dem Direktor der Schule Mikweh Israel bei Jaffa, Herrn Niego, in ebenfalls weit über die obigen Ziffern hinausgehender Weise bestätigt. FÜR ZWISCHENKULTUREN. Bis eine Olivenpflanzung ihren durchschnittlichen Ertrag erreicht, kann in den breiten Zwischenräumen (10 m) Gemüsebau betrieben werden, welcher in Deutschland erfahrungsgemäss reichlich über 1000 M. per Hektar bringt. Wir werden für den Orient, wo einer event. geringeren Verwertungsmöglichkeit der gewöhnlichen Sorten jedenfalls die Chance, Frühgemüse für den Export zu ziehen, gegenübersteht, mindestens die gleiche Ziffer annehmen können. In jedem Falle aber dürfte hiernach ein Ertrag von 500 M. schon vor den grösseren Olivenernten per Hektar gewonnen werden können. Selbstverständlich kann auch für einen Teil der Fläche ausschliesslich Gemüsebau in Aussicht genommen werden. Bezüglich Tabakbau und Seidenkultur verweisen wir auf die Arbeiten von Prof. Dr. Otto Warburg und den Aufsatz von A. Aaronsohn und Dr. S. Soskin (Zeitschrift „Palästina" 1902 Seite 123—153). Einschlägige Auskünfte über diese und andere Kulturen werden jederzeit auf Anfrage beim Vorstand bereitwilligst erteilt. Zu industrieller Verwertung der Produkte geben sowohl die letztgenannten Kulturen, wie auch die Olivenkultur (Oel- und Seifen-Fabrikation) und der Gemüsebau — Dörrgemüse (Präserven) und Konserven — reichlich Gelegenheit.