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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Der Prospekt der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft
Date
1903-01-01
Page
Seite 53 (sequence 2)
Language
German
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— 53 — Aussicht genommen, besonders Baumzucht, Seiden- und Tabakbau, Gemüsekultur, Geflügelzucht etc. Um jedem Gelegenheit zu geben, sich an diesem Kolonisationswerke grossen Stiles zu beteiligen, ist die Höhe des Geschäftsanteils auf 100 M. festgesetzt worden, welche auch in monatlichen Raten von mindestens zwei Mark eingezahlt werden können. (Jeder Genosse kann bis zu 100 Anteilen erwerben.) Hauptzweck der Gesellschaft ist die Anwendung einer namentlich in Kalifornien häufig mit glänzendem Erfolge durchgeführten Methode der Kolonisation, die darin besteht, dass eine Anzahl städtischer Arbeiter und Gewerbetreibender, die beabsichtigen, zu einem späteren Zeitpunkt auszuwandern, mittelst kleiner Ratenzahlungen das Kapital aufbringt, um eine käuflich erworbene oder in Erbpacht genommene Fläche Landes durch besoldete Arbeiter, die ebenfalls Genossen sein dürfen, mit Fruchtbäumen oder gartenmässig bepflanzen zu lassen. Sobald die Anpflanzungen einen genügenden Ertrag bringen, können die Genossen auf die Kolonie übersiedeln, die dort errichteten Häuser beziehen und die ihnen zukommenden 'Parzellen in weitere Bearbeitung nehmen. Der ungeheure Vorteil dieser Methode im Vergleich mit einer überstürzten Massenansiedlung Hegt darin, dass erstens keine wirtschaftliche Existenz auf eine neue Grundlage gestellt wird, ehe diese unerschütterlich aufgebaut ist; und — zweitens: dass die schweren, groben Arbeiten der ersten Pflanzungszeit von daran gewöhnten Feldarbeitern vollzogen werden, während dem späteren Ansiedler nur die viel leichteren Arbeiten der Pflege und Ernte zufallen, denen auch der muskelschwache und ungeübte städtische Handwerker ohne weiteres gewachsen ist. Da die Kolonisation der osteuropäischen Judenschaft es im wesentlichen mit derartigen, körperlich oder doch landwirtschaftlich wenig leistungsfähigen, städtischen Elementen zu thun hat, so ist diese Methode der landwirtschaftlichen Kolonisation sicherlich die vorteilhafteste, wenn nicht die einzig mögliche. Die Ausführung ist folgendermassen gedacht: Die Gesellschaft will in Palästina oder einem seiner Nachbarländer ein Terrain von zunächst beispielsweise 300 ha käuflich oder in Erbpacht erwerben, jedoch nur an einer Stelle, wo der Erwerb von viel grösseren anschliessenden Flächen möglich ist und vertragsmässig gesichert wird. Dann soll mittels einer so grossen Anzahl von Arbeitern, wie es die Mittel der Genossenschaft gestatten, eine entsprechende Fläche jährlich mit Fruchtbäumen und Gemüse bepflanzt werden. 20 Arbeiter sind beispielsweise ausreichend, um jährlich eine Olivenpflanzung von 100 ha anzulegen, wobei ihnen schon im ersten Jahre noch Zeit genug bleibt, um ihren Bedarf an Gemüse durch eigenen Anbau zu decken. Nach kurzem wird dann dieser kombinierte Anbau, wie unsere Rentabilitätsberechnung am Schlüsse des Prospektes zeigt, einen Ertrag von jährlich mindestens 500 Mark per Hektar ergeben. (Von diesem Betrage kann eine Bauernfamilie im Orient leben.) Sobald die in den

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