Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Über die Gründung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation in Palästina
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 5)
- Language
- German
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— 41 — mangeln mag, so gibt es sicherlich kein einziges chemisches Laboratorium im Lande.*) Die praktisch - wissenschaftlichen Fragen, die die Pflanze zu ihrem Gegenstande haben, wie die der Pflanzenernährung, der Düngemittel, der Düngungsversuche, wollen wir nur kurz als besondere Punkte der Tätigkeit einer Versuchsstation erwähnen, trotzdem sie von ganz besonderer Wichtigkeit sind. Wir müssen aber damit rechnen, dass ja unsere Jüdische Volkszeitung kein landwirtschaftliches Blatt ist, und die Leser derselben keine Landwirte sind. Wir wollen daher nur noch den für die weinbauenden Kolonien ausserordentlich bedeutenden Punkt des Wein- und Obstbaues und deren Verwertung hervorheben und nennen im Anschluss an diesen, als in die speziell wissenschaftliche Tätigkeit einschlagenden Gebiete, die der Gärung, Bakteriologie, Pflanzenpathologie (man denke an die Feinde der Obstkultur, besonders die Reblaus, von denen auch die jüdischen Kolonien zu leiden haben).**) Das sind kurz die Fragen, welche auf die Pflanze Bezug haben und deren Beantwortung eine weitere Aufgabe der Versuchsstation wäre. Im nachfolgenden wollen wir noch die Forschungsgebiete erwähnen, die sich auf das Tier beziehen, um damit das Programm der wissenschaftlichen Tätigkeit der Versuchsstation abzuschliessen. Der zweite integrierende Hauptteil eines jeden landwirtschaftlichen Kleinbetriebes — und gerade der Kleinbetrieb ist in der Frage der jüdischen Kolonisation am massgebendsten — ist die Viehzucht, richtiger die Viehhaltung. Die Kombination von Ackerbau und Viehzucht ist für den Kleinbetrieb in der Landwirtschaft von ganz besonderem Werte. Und wir sehen ja auch, dass man in der letzten Zeit in den jüdischen Dörfern der Viehhaltung — von Viehzucht kann wohl kaum die Rede sein — besondere Aufmerksamkeit schenkt. Die Beth- Halevyschen Berichte in No. 27 der „Jüdischen Volkszeitung" bringen auch kurze Nachrichten über die Milchwirtschaft in Pethach Thikwa, welche Käse und Butter liefern soll, wie sie in ähnlich guter Qualität in Judäa noch nicht gesehen wurden. Es lässt sich denken, dass die übliche Qualität dieser Produkte in Judäa schlecht genug ist, und da ist es nicht schwer, Besseres zu erzeugen, ohne dabei etwas Besonderes zu bieten. Dass jedenfalls auch in dieser Hinsicht noch viel zu machen ist, wird wohl von niemanden angezweifelt werden. *) Als solche können die in Rischon und Sichron mit den Weinkellereien verbundenen Einrichtungen zur Untersuchung der Weine nicht genannt werden. Das vor 2 Jahren in Mikweh-Israel sehr hübsch eingerichtete Laboratorium wurde mangels einer geeigneten Kraft bald darauf von der Alliance Israelite Universelle wieder geschlossen. Verf. **') Die Verheerungen, die die Reblaus in Sichron-Jacob angerichtet hat, sind wohl jedermann bekannt. Verf.