Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Geschichte einer Hilfsaktion
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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—■ 31 ~ Auch ein Arzt sollte bei jeder Gruppe sein, die in ein neues Klima verpflanzt wird, und zwar, vorzugsweise einer, der aus der gleichen Gegend kommt oder der veranlagt ist, sich mit Sprache und Verhältnissen des neuen Landes schnell vertraut zu machen. Dass die Auswahl der Leute mit grösster Sorgfalt zu geschehen hat, ist selbstverständlich. ' ■ Aber alle diese Momente werden den Erfolg des Unternehmens noch sehr fraglich lassen, wenn man nicht auf eines besonderes Gewicht legt: Man darf keine Leute nehmenj die nicht eigene Mittel bei dem Versuch riskieren. Die Mittel brauchen nicht gross zu sein, können es auch in den meisten Fällen nicht, aber mindestens die Reisekosten sollten von den Auswanderern selbst bestritten werden. Es ist durchaus falsch, diejenigen zu bevorzugen, die gar nichts haben. Solche Leute stellen sich zu leicht auf den Standpunkt, dass sie ja nichts zu riskieren haben, und dass das „reiche Komitee", welches sie irgendwo hinschickt, sie doch auch erhalten und eventuell auch zurücksenden müsse. Nur Leute, die aus eigenen Mitteln etwas tun, bringen den Ernst mit, der für den Erfolg solcher Versuche entscheidet. Schliesslich noch sollte jede Entsendung von Menschen, auch wo es sich nicht von allem Anfang an um Kolonisation handelt (wie in obigem Fall), ein Stück Land als Basis haben, und sei es auch nur genügend für Wohnungen und allenfalls für Beschäftigung der Frauen und Kinder. Die Familien schon von Anfang an mitzunehmen, hat grosse Vorzüge, aber auch Nachteile. Ich würde raten, in jedem Fall eine grössere Anzahl von Frauen und Kindern mitzusenden. Eine geeignete Auswahl zu treffen, wird nicht sehr schwer sein. In vielen Fällen würden die Familien ohnehin vollständig zu erhalten sein — solche gehen besser mit. Andere könnten das Geschäft des abwesenden Familienvaters weiter versehen oder sich sonstwie erhalten — solche bleiben am besten vorerst zurück. Wenn diese kurzen Leitsätze für Kolonisation im allgemeinen gelten, so liegen für Cypern noch besondere Bestimmungen seitens der Regierung vor. Dieselben wurden (im Gegensatz zu den Einwanderungsbeschränkungen in den meisten Ländern, wo sie sich nominell gegen mittellose Fremde, de facto aber gegen Juden wenden) aufgestellt, als vor zwei Jahren über 1000 Duchoborzen (russische Christen) nach Cypern kamen. (1898). Die Bedingungen gelten nur für mittellose Einwanderer (destitute immigrants) und lauten so: Es muss Sicherheit gestellt werden