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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Ernte Kleinasiens und Syriens im Jahre 1900
Date
1902-05-01
Page
Seite 232 (sequence 2)
Language
German
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— 232 — der des ganzen Vilajets auf das Doppelte (einschliesslich des bereits bei Tripolis mitgerechneten Hama). Im Vilajet Adana ist auf die reichen Jahre 1898 und 1899 ein starker Rückschlag erfolgt. Der Ertrag an Weizen ist beträchtlich gesunken, der an Gerste ist um die Hälfte und der an Hafer' um Ys hinter dem des Vorjahres zurückgeblieben; nur die Sesamernte erreichte die Höhe der guten Vorjahre. Der Anbau von Hirse und Dari ist weiter zurückgegangen. Ueber die Grösse der Produktion liegen Zahlenangaben nicht ' vor. Die Ausruhr berief sich. im ganzen auf 560 000 dz, darunter 250 000 dz Weizen, 100 000 dz Gerste, 100 000 dz Hafer und 90 000 dz Sesam. ■ ■ ' Direkt nach Deutschland — über den Hafen Mersina — gingen mit der Deutschen Levante-Linie nur 5600 dz Sesam, nach belgischen und holländischen Häfen mit Schiffen derselben Linie ründ 10 000 dz Gerste und Sesam. Das Vilajet Aleppo lieferte von den oben genannten 8 000 000 dz 1 400 000 dz Weizen und 620 000 dz Gerste. Diese Angaben werden allerdings vielfach als zu hoch angesehen. Die Wfeizenernte wäre hiernach 30% unter dem Durchschnitt geblieben, doch verhinderten grössere Vorräte ein Anwachsen der Preise. Die Ausfuhr — über Alexandrette — war dabei nur gering: 5000 dz Weizen und 40 000 dz Gerste. Das andauernde Darniederliegen der Landwirtschaft in Aleppo wird in erster Linie auf das Fehlen einer Eisenbahnverbindung zwischen der Küste und dem Hinterlande zurückgeführt. Die Kosten des jetzigen Transports mit Kamelen schmälern den Gewinn der Produzenten oft recht bedeutend. Von dem ausgeführten Getreide gingen Weizen hauptsächlich nach Frankreich, Italien und England, Gerste nach England, zum geringen Teil nach Aegypten, Sesam nach Aegypten und Frankreich, Dari nach England und Malta, Hülsenfrüchte nach England und Frankreich. Palästina ist nicht im stände, seinen Bedarf durch eigenen Anbau zu decken, vielmehr für seinen Konsum auf die Märkte Damaskus, Haifa, Gaza und namentlich Jaffa angewiesen. Die Ernte ist in ganz Palästina und den Küstenstrichen bis auf die etwas bessere Gerstenernte in Gaza nur mittelmässig ausgefallen. Die Preise stellten sich im Grosshandel für Gerste wie im Vorjahre, , für Weizen jedoch etwas niedriger. Gaza führte seewärts rund 225 000 dz Gerste (65 000 dz mehr als 1899) nach Frankreich und England, Jaffa 1250 dz Weizen aus. Eingeführt wurden an Mehl 6000 dz aus Adalia, Mersina u. s. w., 2000 dz aus Russland. (Aus dem Deutschen Konsularb erichte von 1902.)

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