Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Ernte Kleinasiens und Syriens im Jahre 1900
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 231 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379787-2379792-2380550--00397-2380661- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Beirut 1× ep/1047833
OCR text
ERNTE KLEINASIENS UND SYRIENS IM JAHRE 1900. Das Ernteergebnis des türkischen Reiches im Jahre 1900 war recht ungleichmässig; teilweise grenzten Gebiete mit völliger Missernte an solche mit überreichem Ertrage. So hatte Brussa mit seiner näheren Umgebung eine Ernte, die der Menge nach um 50% und auch an Güte bedeutend hinter der des Vorjahres zurüekblieb, während das Hinterland, d. h. die Bezirke Biledjik, Eskischehir u. s. w. eine recht gute Ernte aufzuweisen hatte. Im Bezirke Smyrna (Vilajet Aidin, Konia und einige benachbarte Bezirke) stieg das Ernteergebnis gegenüber dem Vorjahre, das bereits ein Mehr von 860 000 dz gegen 1898 gebracht hatte, um 659 000 dz, d. h. auf 2 860 000 dz. Hiervon entfielen 63% auf Gerste und 25% auf Weizen. Einen noch grösseren Aufschwung nahm die Ausfuhr, die trotz der guten Ernte 1899 unter dem Vorhandensein bedeutender Lagerbestände gelitten hatte. Sie stieg um 1 117 070 dz auf 1 967 560 dz, wovon 90,2% auf Gerste und gegen 6% auf Bohnen entfielen. Ueber 9/io der Ausfuhr ging nach England; nach Deutschland wurden nur 1710 dz Dari und 90 dz Bohnen ausgeführt. In Syrien- und dem angrenzenden, kommerziell dazu zu rechnenden Vilajet Adana ging die Weizenernte im Gegensatz zu 1899 und trotz anfänglich günstiger Aussichten nur in einzelnen Landstrichen — so dem Hauran — über das Mittelmass hinaus. Die Gerste gab einen etwas besseren, im Hinterlande von Tripolis (Horns und Hama) sogar einen überaus reichlichen Ertrag (35% mehr als die bereits für sehr reich angesehene Ernte des Vorjahres). Die Gesamtproduktion an Getreidefrüchten wird für die genannten Länder auf rund 8 000 000 dz geschätzt, von denen 1 360 000 dz zur Ausfuhr gelangten. Im ganzen verteilen sich die Produktionsziffern etwa wie folgt: Auf das Vilajet Beirut entfallen ungefähr 980 000 dz Weizen, 250 000 dz Gerste, 280 000 dz Dari (weisser Mais) und 40 000 dz Sesam. Die Produktion des Vize-Konsulatsbezirks Tripolis ist darin mit enthalten; die nachstehenden genaueren Angaben darüber beziehen sich auf das gesamte Hinterland des Hafens Tripolis, wozu vor allem das politisch zui?i Vilajet Damaskus rechnende Gebiet von Hama gehört. Es wurden geerntet: 550 000 dz Gerste, wovon die Hälfte ausgeführt wurde, 250 000 dz Weizen gegen 500 000 im Jahre 1899, so dass diesmal nur 8000 dz gegen 50 000 dz im Jahre 1899 ausgeführt werden konnten; ferner je 20—30 000 dz Dari, Mais, Kichererbsen, Saubohnen, wovon 1/5—1/3 zur Ausfuhr gelangte. Ueber die Beteiligung des Vilajets Damaskus an obiger Gesamt-' Produktionsziffer liegen keine Angaben vor. Der Anteil der Kornkammer dieser Provinz, des Hauran, wird auf 1 250 000 dz geschätzt,