Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Über die Verwendbarkeit der Feldbahnen in der Landwirtschaft
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 229 (sequence 2)
- Language
- German
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— 229 — Ein für den Orient besonders interessantes Objekt ist die Verwendung der Schmalspurbahn beim "Weinbau. Wo der Wein nicht auf Anhöhen, sondern auf. Feldern angebaut wird, und die Reben weite Strecken bedecken, wie dies ja in den genannten Kolonien eben der Fall ist. so werden Feldbahnanlagen nicht allein wegen der Verbilligung des Transportes von Vorteil sein, sondern auch, weil dadurch der Transport bedeutend schneller vor sich gehen kann und damit dem Verderben des Produktes entgegengetreten wird, sowie auch, weil die transportablen Bahnen sich in der leichtesten Weise von einem Felde zum anderen verlegen lassen, und dadurch wiederum an Arbeit gespart wird. Eine derartige Anlage wurde beispielsweise von uns im südlichen Ungarn ausgeführt. Wie gross mitunter die Ersparnisse durch Feldbahnen sein können, wenn derartige Anlagen in der richtigen Weise ausgenutzt werden, möge aus dem nachfolgenden Bericht eines deutschen Landwirtes ersehen werden: „Während ich früher 12—18 Zugochsen und 4—6 Pferde „hatte, halte ich jetzt nur 4 Pferde. Die Möglichkeit einer so „geringen Gespannkraft konnte nur erreicht werden, indem „ich mir alle Geräte und Maschinen aufs Zweckmässigste in „Bezug auf Leistungsfähigkeit und Leichtzügigkeit aussuchte „und mich gleichzeitig zur Anschaffung einer Feldbahn ent- „schloss. „Früher hatte ich von der Gutsgrenze ab einen Weg „von 1610 m zu machen; die von mir gebaute Bahnlinie ist „nur 976 m lang. Ich spare also einen Weg von 634 m, bei „Hin- und Rückfahrt 1268 m oder 39%: „Während z. B. früher zur Füllung eines Bahnwaggons „von 10 000 kg 10 Fuhren nötigwaren, welche dabei einen „Weg von 32 km zurücklegten, muss ich jetzt nur 6 km mit „einem Pferde fahren. Dabei kann das eine Pferd ohne „Anstrengung taglich 40 000 kg zur Bahn bringen. „Im Herbst 1894 hatte mich der Transport von 1000000 kg „Rüben gekostet: 20 Ochsen 60 Tage lang ä 3,56 einschl* Treiber 4272,— M. 4 Pferde 60. „ „ ä 4,50 „ Knecht 1080,— „, 5352 — M. „Im Herbst 1895 war die Ernte viel geringer. Das Abfahren „kostete: 8 Ochsen 60 Tage ä 3,56 1708,80 M. / 4 Pferde 60 „ ä 4,50 1080— ,_2788.80 M. In zwei Jahren 8140,80 M. Also durchschnittlich 4070,40 „ „Mit der Feldbahn hat mich diese Arbeit gekostet: 4 Pferde 30 Tage lang ä 4,40 540,— M. d. h. eine jährliche Ersparnis von 3500,— „ (Kosten eines Kilometer Bahn nebst dazu gehörigen Rübenwagen etc. 3500 M.).