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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 211

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Olivenbau für Palästina
Date
1902-05-01
Page
Seite 211 (sequence 1)
Language
German
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— 211 — OLIVEN BAU FUER PALAESTINA. Von Davis Trietscli. Die Lage der jüdischen Tagelöhner in Palästina sowie der Stadtbevölkerung zu heben, ist eine der dringendsten Aufgaben der Palästinafreunde. Das wird allmählich so weiten Kreisen klar, dass nicht viel Worte darüber zu verlieren sind. Gegenüberj den Schwierigkeiten, welche unter türkischer Verwaltung der Errichtung von. Industrien wie auch dem Hausbau schon entgegenstehen, möchte ich auf einen Industrie- Zweig hinweisen, bei dem sich diese Nachteile weniger fühlbar machen und der vor allen Dingen eine solide agrikultureile Basis hat. Ich bin nämlich nach gründlichem Eingehen auf diese Fragen zu der Ueberzeugung gelangt, dass in der Baumzucht das Mittel zu sehen sei, mit welchem dem jüdischen Kolonisationsgebiet jetzt am besten zu helfen ist. Weder Getreidebau noch Weinbau geben auch nur annähernd solche Aussichten wie die Baumzucht. Auch dies ist ja eigentlich gar nichts Neues, wenigstens ist im Anbau von Orangen und auch anderen Fruchtbäumen in letzter Zeit sehr viel geschehen. Dagegen ist in Bezug aut Oliven-Bau von jüdischer Seite durchaus nichts geschehen, was der Bedeutung dieser Kultur gerade für Palästina auch nur einigermassen entspräche. Dazu kommt noch, dass die Olive, nachdem sie einmal gepflanzt ist, eine unverwüstliche Lebenskraft zeigt. Ausserdem aber bietet der Oliven-Bau Gelegenheit zu vielfacher industrieller Verarbeitung des Produktes. % # # ■ Nach diesen mehr allgemeinen'Ausführungen komme ich nun zu einer ausführlicheren Darlegung, was was wir von einer ausgedehnten Olivenkultur erwarten können. Wenn ich dabei das Thema eingehender behandle, als derartige Dinge sonst besprochen zu werden pflegen, so geschieht dies vor allem aus folgendem Grunde: An Anregungen und Theorien haben wir durchaus keinen Mangel — eher einen Ueberfluss. Ich möchte nicht zu den Anregungen, die man gelesen, interessant gefunden und dann vergessen hat, ein neues Kapitel liefern. Ich habe mir vielmehr Mühe gegeben, einen' möglichst gründlichen Vorschlag auszuarbeiten. Der Leser, dem es Ernst um die Sache ist, wird in einem solchen Fall auch detaillierte Angaben haben wollen. * * Die Heimat des Oeibaumes ist der Orient, von wo auch seine Kultur ausgegangen ist Heute existieren etwa 40 Arten, die zur Oelgewinnung gepflanzt werden. Dieselben gedeihen in den Mittelmeerländern, in vielen Teilen der neuen Welt (wohin seine Kultur schon im Jahre 1560 von den Spaniern verpflanzt wurde), im Kapland und im Süden Australiens. Er gedeiht noch in sehr grosser Höhe (in Europa bis 690 m, in Amerika bis 950 m, für Algerien wird sogar ein Maximum yon 1200 m genannt) und erreicht ein Alter von 1000 Jahren und mehr.

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