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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 204

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Bericht über eine Informationsreise nach Saida
Date
1902-05-01
Page
Seite 204 (sequence 2)
Language
German
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— 204 — ihr den Rang der wichtigsten Gartenstadt der Syrischen Küste nach Jaffa und Tripoli einräumen. Es kommt noch hinzu die Nähe der Grossstadt Beirut. Der Hafen von Saida exportiert bedeutende Mengen von Getreide , welches zum grossen Teil vom Hauran hierher gelangt, Orangen, Citronen und frisches Obst, die in den hauptsächlich im Norden der Stadt gelegenen Gärten erzeugt werden, Olivenöl und Seide, welche vom Libanon hierher kommen, Sesam, getrocknetes Obst etc. Leider gelang es uns nicht, irgend welche ziffernmässige Belege für den Exporthandel Saidas zu erhalten. Solche Ziffern sind nirgends publiziert worden und werden hier von der Zollbehörde den europäischen Konsularagenten vorenthalten, was sonst in den Häfen Palästinas und Syriens nicht der Fall zu sein pflegt. Nur die Exportziöer für Orangen und Citronen ist bekannt. Die Ausfuhrmenge derselben repräsentiert einen Wert von 500 000 Frcs. und darüber. Bedenkt man aber, mangels ziffernmässiger Anhaltspunkte, dass ein grosser Teil der Produkte der vielen Pflanzungen von Oel-, Feigenuud Maulbeerbäumen, die wir auf unseren Reisen in der Umgebung von'Saida oft bewundert hatten, also Olivenöl, getrocknete Feigen, Kokons und gesponnene Seide, durch den Hafen von Saida den Weg nach dem Auslande nimmt, so ist man zur Anaahme berechtigt, dass der Handel der Stadt nicht unbedeutend sein dürfte. Alljährlich wird in Saida ein sehr lebhafter Seidenmarkt abgehalten, auf dem der grösste Teil der Kokons der Produktionsgebiete, südlich bis hinter Sur, östlich des südlichen Libanons, nördlich bis nach Damur, verhandelt wird. Freilich wird vorläufig noch der Hafen von nur wenigen Dampfern angelaufen, dagegen ist der Verkehr mit Segelschiffen sehr bedeutend. Die Ausfuhr der Produkte des Hinterlandes durch Saida wird durch verhältnismässig gute Verbindungswege erleichtert. Eine Strasse führt von Saida nach Nabatiye, einem grosssen Dorfe der MetuaJi, wohin die Produktion der reichen Ebene Merdsch-Ajun gelangt (im südlichen Teile dieser Ebene liegt die jüdische Kolonie Mutalle, welche auf diese Weise eine zwar wenig bequeme, aber doch ziemlich nahe Verbindung mit Saida hat). Eine zweite sehr gut unterhaltene Strasse verbindet Saida mit dem Dorfe Dschazzin, im südlichen Libanon, welches sehr viel Obst (getrocknete Feigen, Rosinen, Aprikosen), Oel und Seide produziert. Schliesslich gelangt man jetzt auf einer bequemen Fahrstrasse in wenigen Stunden nach Beirut. Diese Strasse wurde erst seit wenigen Wochen dem Verkehr übergeben und befindet sich in sehr gutem Zustande. Während aber die ersteren zwei Strassen der Stadt Saida Produkte zuführen, wird die Strasse nach Beirut einen Teil derselben von Saida nach Beirut ableiten. Es werden aber nur Erzeugnisse eines örtlich sehr beschränkten Gebietes sein,' worauf wir später, bei der Besprechung des Verhältnisses der beiden Städte, zurückkommen werden. Eine Chaussee wird auch über Sur nach Akka projektiert, die Trace wurde schon näher bezeichnet. Es. lässt sich aber schwierig angeben, wann dieselbe ausgeführt und dem Verkehr übergeben werden wird. Die Gärten von Saida bilden mit Recht den Stolz der Bevölkerung. Im Gegensatz zu den Gärten von Jaffa sind es nicht aus-

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