Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Akka und Haifa im Jahre 1901
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 201 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
- Beirut 1× ep/1047833
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— 201 — aul den Akkaer Markt. Weitere Erzeugnisse der Gegend sind Wein, Olivenöl, Apfelsinen, (Zitronen, Cedraten, Aprikosen, Mandeln, Coloquinten und Johannisbrot. Am meisten wird der Weinbau gepflegt. Am geeignetsten für ihn ist das Hochplateau des Berges Karmel, wo besonders die deutschen Kolonisten einen sehr guten und haltbaren Wein produzieren. In noch grösserem Massstabe wurden die Weinanlagen in der benachbarten Judenkolonie Zichron Jakob angelegt. Die Olivenernte war im Jahre 1901 keine ausgiebige; immerhin war sie besser als die vorjährige. Die geringe Quantität und die mangelhafte Zubereitung des Oels waren der Grund, dass hiervon wenig zum Versand kam. Feines Tafelöl, wird zwar in der deutschen Kolonie, aber nur in kleinen Quantitäten hergestellt. Es hat sich in der Merdj Ibn Amir- und teilweise auch in der Jesreelebene eine Krankheit unter den Olivenbäumen eingestellt, welche den Baum mit einer weissen Schicht überzieht, so dass er allmählich abstirbt. Die Marktpreise pro Kilogramm schwankten für Weizen zwischen 25 und 27 Para, für Sesam zwischen 75 Para und 2 Piaster, für Gerste und Dari zwischen 20 und 25 Para, für Bohnen, Kichererbsen und Wicken zwischen 25 und 30 Para und für Linsen zwischen 25 Para und 1 Piaster. Seit der Vollendung des Baues der Eisenbahn Beirut—Damaskus hat die Getreidezufuhr vom Hauran nach Haifa und Akka ziemlich nachgelassen, da der billigeren Transportkosten wegen der Weg über den Libanon und Damaskus nach Beirut vorgezogen wird. Ausfuhr. Nach den Ausweisen des Haifaer und Akkaer Zollamtes betrug die Gesamtausfuhr der beiden Städte im Jahre 1901 36 729 t gegenüber 37 280 t im Vorjahre. Von der Ausfuhr des Jahres 1901 entfielen auf Haifa 16 021 948 kg und auf Akka 20 707 250 kg. Von der Ilaifaer iVusfuhr wurden 1597 t nach Deutschland verladen, darunter 1467 t Wein, 125 t Sesam, 1/2 t Wachs, 1/2 t Eiweiss und 4 t Eigelb. Diese Waren wurden ausschliesslich mit den Schiffen der deutsehen Levantelinie verfrachtet. — Nach England gelangten an Sesam 116 t, an Dari 285 t, an Wein 76 t, an Seife l/2 t, an Kichererbsen 16 t, an Schafwolle 1/2 t, an Früchten und Gemüse 9 t und an Johannisbrot 240 t, zusammen 743 t. — Frankreich und Italien sind die Hauptabnehmer für Sesam, Weizen und Dari. Ersteres bezog an Sesam 1256 t und an Dari 250 t, während Italien an Sesam 473 t, an Weizen 173 t und an Dari 1084 t bezog. — Das Wenigste wurde nach Oesterreich verschifft, und was dorthin kam, war grösstenteils Transitware für Deutschland. — Dagegen gelangte ein grosser Teil Sesam nach Aegypten, wo auch die Palästinaweine einen besonderen Anklang finden. Akka, in früheren Jahren der Hauptstapelplatz der Erzeugnisse des Hauran und ein bedeutender Ausfuhrhafen, hat sehr an Bedeutung verloren; die Geschäfte haben sich mehr nach Haifa, welches eine bessere Landungsstelle bietet, verzogen. Immerhin exportiert es noch mehr als Haifa; seine Ausfuhr belief sich im Jahre 1901 auf 20 707 t gegenüber 23 809 t im Jahre 1900. Davon blieben 9010 t in türkischen Gebietsteilen, während der Rest von 11 697 t nach auswärts ging. Frankreich war mit 5748 t der beste Abnehmer; es folgten 3