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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 200

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Akka und Haifa im Jahre 1901
Date
1902-05-01
Page
Seite 200 (sequence 1)
Language
German
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— 200 — DIE WIRTSCHAFTLICHEN VERHAELTNISSE IN AKKA UND HAIFA IM JAHRE 1901. Allgemeine Verhältnisse. Das Ausbleiben des Spätregens, die anhaltende Dürre und ein ^aussergewohnlich starker Hagelschlag zerstörten die zu Anfang des 'Frühjahres bestehenden guten Ernteaussichten und brachten für das Jahr 1901 grösstenteils eine Missernte, welche vorwiegend bei Weizen und Gerste gross war. Die an und für sich schon sehr hohen Getreidepreise stiegen noch und wirkten ungünstig auf den Handel ein; sie trugen dazu bei, dass die Bevölkerung die Nachfrage nach anderen Bedürfnissen auf das Allernötigste beschränkte. Daher kam es auch, dass die Wareneinfuhr im Vergleich zu anderen Jahren bedeutend geringer ausgefallen ist. Auch die anhaltende Quarantäne gegen Aegypten zeigte eine schädliche Einwirkung, denn sie hemmte den gegenseitigen Austausch der Produkte beider Länder. Ganz besonders fühlbar aber war das Einstellen der Bähnarbeiten auf der Strecke Haifa—Damaskus. So lange letztere noch im Gange waren, stand es finanziell mit Haifa und seiner Umgegend viel besser. Der Grundbesitz stieg im Werte, Unternehmungen jeder Art wurden gemacht, und die vielen zugereisten Bahnarbeiter konsumierten einen ansehnlichen Teil des Verdienstes am Platze. Selbst die Wintermonate, welche für die grösseren Geschäfte sonst die gewinnbringendsten sind, Hessen im letzten Jahre viel zu wünschen übrig. Die Armut hat den Absatz an Winterwaren für das Inland erheblich eingeschränkt. An Wiederverkäufer der benachbarten Dörfer, die ihren Verpflichtungen nur langsam nachkommen konnten, wurde äusserst vorsichtig geliefert, so dass ein ansehnlicher Vorrat von Winterwaren auf Lager blieb. . Trotzdem das Jahr 1901 eines der ungünstigsten in der letzten Zeit war, gingen doch in den landwirtschaftlichen Verhältnissen grosse Veränderungen vor. Seitdem nämlich Baron v. Rothschild die seiner Zeit von ihm in Palästina gegründeten Kolonien der Jewish Colonisation Association (der sogenannten Ica-Gesellschaft) abgetreten hat, ist dieselbe bemüht, durch rationelles Vorgehen und Ankauf weiterer Ländereien, vorwiegend bei Safed und Tiberias, ihr Unternehmen nicht allein zu vergrössern, sondern auch Nutzen daraus zu ziehen. Zu diesem Zwecke werden Ackergerätschaften modernsten Systems verwendet, um die Bebauung in planmässiger Weise betreiben zu können. Produktion. Die beiden Städte Haifa und Akka haben eine Umgebung von 105 Dörfern, welche hauptsächlich Landwirtschaft betreiben; sie bebauten im Jahre 1901 eine Ackerfläche von ca. 714 600 Dunam oder 643 140 000 qm. Die hauptsächlichsten Erzeugnisse waren Weizen, Sesam, Gerste, Dari, Kichererbsen, Linsen und Wicken. Diese Fruchtarten lieferten für Haifa einen Gesamtertrag von-19 704 t und für Akka einen solchen von 25 638 t. Von diesen Erntemengen gelangten, einschliesslich der aus Merdj Ibn Amir (8863 t) und Hauran (600 t) angefahrenen 9463 t, 17167 t auf den Haifaer und 19 474 t

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