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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 191

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Die Handelstaktik der Amerikaner in der Levante
Date
1902-05-01
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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—^ 191 — über den Schiffsverkehr in den türkischen Halen im Jahre 1896/97 ist kein solches Schiff verzeichnet, nur zwei aus Nicaragua. Früher kamen häufig Segelschiffe mit Petroleum nach Konstantiaopel, die aber durch den russischen Wettbewerb vertrieben worden sind. Durch die seit Beginn des Jahres 1899 eingerichtete unmittelbare Verbindung zwischen Amerika und der Levante, die Barber & Co.-Linie, wird die Zeit und Geld kostende Umladung dei* amerikanischen Waren in britischen und deutschen Häfen vermieden. Indes hat sich diese Linie bis heute noch nicht recht bewährt. Die Frachtsätze derselben sind zwar sehr niedrig, aber die von der Gesellschaft gecharterten Schiffe, worunter sich auch deutsche befinden, sind zuweilen in recht massigem Zustande, so dass die Linie hohe Seeversicherungsprämien zahlen muss, wodurch der in den niedrigen Frachtsätzen gegebene Vorteil wieder ziemlich unwirksam wird. Zudem laufen die Schiffe auf der Rückfahrt zuviel Nebenhäfen an; die Fahrt dauert deshalb für Erze, Baumwolle, Opium, welche den Hauptbestandteil der orientalischen Ausführungen bilden, zu lange. Daher hat denn diese unmittelbare Verbindung bisher fast nur den Nutzen gehabt, die Frachtsätze der Konkurrenzlinien herunterzudrücken. Die meisten Handelsvermittler für amerikanische Waren arbeiten daher, nach wie vor über Liverpool, London und auch Hamburg. Dennoch ist es der. direkten Verbindung zuzuschreiben, dass ein ArtikeL riach der Türkei gebracht wurde, den man bislang kaum verkaufte: amerikanisches Roheisen, das als Ballast verladen wird. Daneben werden ausser den schön genannten Warengruppen an Eisenwaren jetzt indirekt uiid direkt eingeführt: Werkzeuge für Schlosser, wie Feilen, Schneidkluppen, Schraubendreher mit und ohne Feder, Bohrschrauben, gewöhnliche Schraubenschlüssel und solche tür Gasrohre (letztere sehr praktisch und in besonders reicher Auswahl), weiter Werkzeuge für Schreiner, wie Sägen, amerikanische (eiserne) Hobel, Streichmaasse, Wasserwagen, Winkelmaasse, an Bohrern besonders Schlangen-, Stangen- und Spiralbohrer (letztere ganz ausgezeichnet und sehr billig), verstellbare Bohrer u. a. m., ebenso Vorhängekasten- und Einsteckschlösser, Möbelbeschläge, Charniere (deutschen Modellen nächgearbeitet), Thürfedern, Thürhaken u. s. w., besonders aber auch Haushaltungsmaschinen und Gegenstände aller Art, wie Fleischhackmaschinen, kleine Frucht- und Kartoffelpressen, Eiscrememaschinen, Beile, Tafelmesser und Gabeln, Thür- und Tischglocken, Bügeleisen, Petroleum-, Gas- und gusseiserne Oefen für Holzfeuerung verschiedenster Konstruktionen, Wäscheklammern, Rouleauxstangen nebst Beschlägen, Abstäuber, Teppichkehrmaschinen, Rasenmäher u. s.w. Die Hauptplätze für diese Einfuhr sind augenblicklich Salonik, Smyrna und Konstantinopel. In Salonik, über dessen geschäftliche Verhältnisse die Amerikaner besonders gut unterrichtet sind, werden hauptsächlich Mehl in zwei Qualitäten, Leder- und Eisenwaren eingeführt, welche den Wettbewerb europäischer Fabrikate sehr gut aushalten. Ueber die amerikanischen Einfuhrbestrebungen in Smyrna schreibt der österreichisch-ungarische Generalkonsul Ende Sommer vorigen Jahres: ,,Wenn nicht alle Anzeichen täuschen, scheint Amerika nun-

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