Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Die Handelstaktik der Amerikaner in der Levante
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 190 (sequence 2)
- Language
- German
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Mähmaschinen sind im Preise zu hoch, als dass dort mehr als 250 bis 300 Stück im Jahre verkauft werden, die beinahe ausschliesslich aus Amerika kommen Ebenfalls nach Kleinasien liefert Amerika Fährräder (Lovel) und zwar etwa die Hälfte des Gesamtbedarfs, während aus Grossbritannien 25 % und atls Frankreich und Deutschland zusammen ebensoviel kommen. Da die Wege sich in sehr schlechtem Zustande befinden, müssen die Maschinen vön grösster Solidität sein, mit Stahlröhren erster Güte, leicht laufendem Gangwerk und besten Zubehörteilen. Die meist im Gebrauch befindlichen Fahrräder sind Tourenmaschinen mit,einer Ueb.^rtragu^.voi) 4,8 bis 6 m. : / Eins der wichtigsten Erzeugnisse, welches Amerika seit. eh^as.. über: einem. Jahre einführt* ist das, Mehl. Bislang kam dasselbe ausschliesslich aus Frankreich, Russland, Ungarn und Rumänien;; erst, Ende Januar 1899 langte die ers-te Sendung amerikanischen Mehles — 5000 kg — in Konstantinopel; an, und da dieselbe bald Absatz fand, entschloss man sich zu einer grösseren Verschiffung — 1000000 kg — die vorläufig, in den Niederlagen untergebracht wurden. Im Uebrigen dürfte die äiiierikanische Mehleinfuhr nach der europäischen Türkei vor der Hand kaum einen grossen Umfang annehmen, da infolge der billigen Frachtsätze der anatolischen Baiin die Zufuhr von anatolischem Weizen, der in Salonik und Konstantinopel zu Mehl verarbeitet wird, ständig zunimmt, auch die französische Konkurrenz, gestützt auf ihre Ausfuhrprämie a^ Mehl, zur Zeit recht leistungsfähig ist. Auch der Absatz von Schlitzbier (aus Milwaükee), das ungefährseit Sommer 1899 eingeführt wird, scheint angesichts der Beliebtheit der bayerischen Marken vorläufig wenig Aussicht auf grössere Ausdehnung zu haben. Dagegen ist andererseits nicht zu verkennen, dass die ganze Art des Vorgehens, die Herstellung einer direkten Verbindung zwischen: New York und der Levante, die Wahl sowohl der übrigen auf den Markt geworfenen Artikel wie der iii Angriff genommenen grösseren Handelsplätze den rationell und systematisch arbeitenden Amerikaner erkennen lässt. Man geht langsam und vorsichtig zu Werke und studiert immer; noch die so ausserordentlich verwickelten wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes. Alle wichtigen Handelsplätze der europäischen und kleinf asiatischen Türkei wurden in letzter Zeit bereist; überall kaufte man Muster der gangbarsten Sorten ein ' und erkundigte sich genau nach den Preisen, nach der Grösse des Absatzes, nach den Zahlungsbedingungen u.s.w. Wie es scheint, wollen die Amerikaner nunmehr das Hauptgewicht auf die Einfuhr ihrer Webewaren legen. Aber auch die weiter östlich gelegenen Teile der Levante hat man schön; ins Auge gefasst und beabsichtigt namentlich auch, die zunehmende. Bauthätigkeit in Syrien für amerikanische Bauartikel in Eisen und Holz auszunutzen. Zu wirksamer Unterstützung dieser Pläne hat man eine unrhittelr bare Verbindung zwischen Amerika und der Levante geschaffen.' Noch bis vor kurzem zeigte sich in Konstantinopel sehr selten ein amerikanisches Schiff. In einem der zuletzt erschienenen Ausweise